schaft, welche die erweiterte Erkenntnis, d. h. die Einsichtvon der unabänderlichen und allgemeinen Geltung des Natur-gesetzes den theologischen Glauben hat aufgeben lassen, andie arbeitenden Millionen, welche zu ihrem Schaden empfin-den, dafs die Macht, welche das wirtschaftliche Leben regelnsollte, abgedankt hat. Für sie ist der Positivismus nicht eineneue Philosophie, sondern die Religion, d. h. diejenige Macht,welche das Leben und Denken zunächst der fortgeschrittenstenNationen neu organisieren, und damit den „positiven Gesell-schaftszustand" der Verwirklichung zuführen wird.
Als solche hat der Positivismus mit Gegnern zu kämpfen.Er erblickt dieselben nicht unter den Anhängern der altenReligionen. Vielmehr, wenn es eine geistige Macht in derGegenwart giebt, der sich der Positivismus verwandt fühlt,so ist es die christliche Religion, so weit sie mehr als einWort und wirklich noch eine Macht ist. Zu ihr, die einepositive Macht war, wie er selber sein wird, befindet er sich,um den Ausdruck zu gebrauchen, in einem „sympathievollenAntagonismus" und giebt lediglich der Zeit anheim, zwischenihr und sich selbst zu entscheiden. Sie ist die Form derVergangenheit, er selbst die Form der Zukunft, um das mo-ralisch schlechte, den „alten Adam" zu bekämpfen. Unter denKreisen, die dagegen vom Christentum schlechterdings nichtmehr beeinflufst werden, und die sein eigentliches Missions-feld darstellen, hat er zwei Gegner.
Sein erster Gegner ist die Wissenschaft der Gegenwart.Der Positivismus als Religion ordnet das menschliche Lebeneiner aufser ihm stehenden Macht unter. Damit aber wirdauch die Wissenschaft dieser Macht untergeordnet, währendihre heutigen Vertreter sie als Selbstzweck hinstellen. DerPositivismus will zu praktischem Zwecke das gesamte mensch-liche Wissen systematisieren, was die Fachleute in individua-