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2 (1890)
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praktische Bedürfnis der Voraussicht des Eintretens gewisseralltäglicher Ereignisse, welches den Menschen die ersten Ge-setze auffinden liefs.Savoir pour prövoir ahn de pourvoir"hat nach Comte ebenso von den ersten Anfängen des Er-kennens gegolten, wie auch später jedes Studium, welchesnicht den Zweck des menschlichen Lebens vor Augen hat,ihm als nutzlose Verschwendung von Kraft und Zeit gilt.

Die Keihenfolge, in der ein Gebiet nach dem anderender Aufsenwelt von der positivistischen Denkweise in Besitzgenommen ward, bietet die natürliche d. h. geschichtlich ge-gebene Einteilung der Wissenschaften. Die von Comte auf-gestellte Leiter der Wissenschaften hängt so auf das engstemit jenem Gesetze der drei Stufen zusammen. Es hat eineZeit gegeben, da der Mensch die Erscheinungen der Zahlenund des Raumes bereits positiv beurteilte, d. h. hier die Gel-tung von Gesetzen erkannte, während er die Gestirne noch alswillensbegabte Wesen anbetete oder von Göttern gelenkt seinliefs. Daher ist die Mathematik die erste aller Wissenschaf-ten ; ihr folgt die Astronomie, welche mit Kepler, Galilei undNewton die positive Stufe erreichte, sodann die übrigen Wissen-schaften, und zwar in der Art, dafs die Gesetze, welche fürdie vorhergehende entdeckt wurden, auch die folgende be-herrschen, während für diese aufserdem eine Reihe neuer ihreigentümlicher Gesetze aufgestellt werden.

Jede Wissenschaft also hängt von den Wahrheiten allervorhergehenden ab und fügt denselben gewisse neue hinzu.Nach der Astronomie kommt die Physik, die Chemie und dieBiologie, von denen eine nach der anderen sich aus der theo-logischen Denkweise emporringt. Den Übergang bildet gewöhn-lich die metaphysische Auffassung, indem man die Vorgänge,die man nicht mehr auf überirdische Einwirkung zurückführt,zunächst fingierten Wesenheiten zuschreibt. Die Biologie,