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d. h. die Erforschung des lebenden Einzelorganismus, standlange unter theologischem Einflufs, welcher sich in der An-nahme einer jenseitigen, in dem Körper wohnenden Seeleaussprach; dann geriet sie unter die metaphysischen Erklärungs-weisen mittelst der sogenannten „Lebenskraft" u. s. w. Erstheute hat die wissenschaftliche Forschung gelernt, auch hiersich einfach mit der Beobachtung der Thatsachen zu be-gnügen, auf das „Warum?" zu verzichten und statt dessenden Versuch zu machen, die das Leben beherrschenden Ge-setze kennen zu lernen. Dieselben sind um so verwickelter,als, wie oben erwähnt, das organische Leben unter sämtlichendie früheren Wissenschaften beherrschenden Gesetzen steht.Für dasselbe gelten die geometrischen Notwendigkeiten desRaumes; als eine im Weltall befindliche Erscheinung kann essich den Gesetzen der Astronomie nicht entziehen; die Physikund die Chemie sind für die Veränderungen des Organis-mus von gröfster Wichtigkeit. Daneben gelten für das Lebe-wesen Gesetze, die aus den vorhergehenden Wissenschaftennicht zu entnehmen sind, und deren Ursprung zu erforschen,wie die Erforschung der Ursache überhaupt, aufserhalb derGrenzen der menschlichen Erkenntnis liegt.
Was von der Biologie gilt, aber ist in noch viel höheremMafse von der ihr folgenden, die Reihe der Wissenschaftenschliefsenden „Sociologie ", der Fall. Die Erscheinungen derGesellschaft wurden bisher entweder theologisch oder meta-physisch erklärt, auf einen göttlichen Plan oder auf gewisseWesenheiten, z. B. einen Vervollkommnungstrieb, einen idealenNaturzustand, das abstrakte Individuum zurückgeführt. Frei-lich fand sich auch hier in beschränktem Mafse bereits sehrfrüh das Bewufstsein der Geltung gewisser Gesetze. JedePolitik beruht darauf, dafs sie gewisse Ereignisse vorhersieht,ihnen begegnet u. s. w., was unmöglich wäre, wenn man die