Druckschrift 
2 (1890)
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

ful'se jede Forschling auf der vorhergehenden; der Schatz derunbestritten anerkannten Gesetze werde immer gröfser, wäh-rend die Nationalökonomie einen ewigen Streit um die Grund-begriffe aufweise. In gleicher Weise zeige sich ihr metaphy-sischer Charakter darin, dafs sie jede Berührung mit anderensocialen Erscheinungen, welche willkürlich von ihr ausge-schlossen würden, ängstlich vermeide. Nun beweise aberschon die Betrachtung lebender Einzelwesen den innigen Zu-sammenhang aller organischen Erscheinungen. So sei auchdie wirtschaftliche Entwicklung der Menschheit nicht von dergeistigen, sittlichen und politischen zu trennen.

Auch was ihr praktisches Ergebnis angeht, so trägt dieindividualistische Nationalökonomie denselben Charakter, wiealle jene von Comte mit dem Worte metaphysisch bezeichnetenRichtungen. Sie hat die alte wirtschaftliche Ordnung überden Haufen geworfen, welche mit der industriellen Entwick-lung der Gegenwart unvereinbar wurde, während sie ihrer-seits allen Anforderungen des Lebens gegenüber nur die Ant-wort des Nichteingriffs hat, ganz ebenso wie die metaphy-sische Philosophie die ältere Theologie, die metaphysischeRechtslehre die bestehende staatliche Ordnung zerstört haben,während sie dem Bedürfnis nach einer neuen Ordnung gegen-über nur eine negative Antwort geben.

Diese Angriffe auf die Methode der älteren National-ökonomie haben die Positivisten fortgesetzt, bis sie auch fürEngland gegenstandslos wurden. Bei allen Studien der or-ganischen Welt ist es nach F. Harrison verfehlt, die Teile,welche doch Organe seien, von einander zu trennen. So z. B.könne man den Sauerstoff oder Wasserstoff zwar besondersuntersuchen, weil sie sich scheiden liefsen, nicht dagegengäbe es eine besondereWissenschaft des Magens". Nichtanders aber verführen die Nationalökonomen, welche die Ge-