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setze des „Reichtums" zu erforschen sich bemühten, währenddoch der Mensch nicht nur ein kapitalanhäufendes Wesen sei,sondern bei jener Thätigkeit durch andere moralische u.s.w.Eigenschaften bestimmt würde, die nur geschichtlicli zu er-klären wären. Daher wenden sich die Positivisten auch gegenden Millschen Versuch, die Nationalökonomie als „hypothetischeWissenschaft" zu retten, welche wahr sei, wenn man bestimmteFaktoren als nichtvorhanden annähme. Kennt man von den einProdukt bildenden Faktoren nur einen, während die anderenihrer Zahl und Gröfse nach unbestimmt sind, so ist die Kennt-nis des einen Faktors wertlos. Wenn endlich Mill dadurch dieAbstraktionen der Nationalökonomie verteidigt, dafs sie zwarnicht für alle Zeiten gelten, wohl aber der Natur des heutigen,d. h. dem individualistisch gesinnten Menschen entsprächen, sogeben dies die Positivisten in gewissen Grenzen zwar zu. Je-doch sagen sie, dafs gerade die fortschreitende Entwicklung,- andeinen Spitze der Positivismus stehe, den Individualismus desMenschen der Nationalökonomie überwinde. „Sie stereotypiertein gesellschaftliches System, das wir zu reformieren bemüht
sind. Nur ein strikt Konservativer kann ihr heute sich
zurechnen" h
Gegenüber diesem mifslungenen Versuch, die gesellchaft-lichen Erscheinungen unter wissenschaftliche Betrachtung zubringen, fragen wir, welches nach Comte die Methode derGesellschaftswissenschaft ist. Sie mufs insofern die gleiche sein,wie die der übrigen Wissenschaften, als man überall vom Be-kannten zum Unbekannten fortzuschreiten hat. Aber es bestehtzwischen der Gesellschaftswissenschaft und den früheren Wissen-schaften ein Unterschied, welcher, wenn auch in geringeremGrade, bereits der das organische Einzelwesen behandelnden
1 Vergl. Fortnightly Review. N. S. VIII, S. 42 ff.