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Gegenwart bezeichnend: a) Sie beruhen auf kriegerischerOrganisation und halten nur durch Gewalt zusammen. Dieirische Frage ist ein Beispiel dieses fehlerhaften Systems.Die Positivisten sind eifrige Anhänger der Home-Bule Partei,indem sie Selbstregierung der einzelnen Provinzen überallbefürworten. Selbst Frankreich , wie centralisiert es scheine,verdanke seine Zusammenfassung lediglich den Anforderungendes militaristischen Systems.
b) Ganz besonders aber zeigt sich in der Behandlungschwächerer und weniger civilisierter Bassen der demselbenzu Gründe liegende Geist der Herrschsucht und Habgier. Amdeutlichsten zeigt er sich nach Ansicht des Positivismus in demWettrennen, welches zwischen den Staaten Europas heute umdie Eroberung und Zerteilung des afrikanischen Festlandesstattfindet. Soldaten, Entdecker, Geographen und Missionäreseien — wenn auch vielfach sich dessen nicht bewufst — mitZeitungsschreibern und Kaufleuten daran, Afrika auszuplün-dern und in Sklavenbande zu schlagen. Das Gerede vonWissenschaft, Civilisation, Christentum, Abschaffung der Skla-verei, Unterdrückung des Krieges diene lediglich dazu dieTriebfedern der Habgier und Herrschsucht zu verschleiern.Das Christentum und christliche Tugenden, sagt FredericHarrison am angeführten Orte, liefsen sich nur durch sitt-liche Mäehte verbreiten, so wie es die ersten Christen ver-breitet hätten, nicht durch Kruppsche Kanonen und Panzer-schiffe. „Nicht zufrieden mit einem Beiche von 250 MillionenHindus in Asien , zu welchem sie eben daran sind, ein neuesKönigreich zu fügen", fährt der genannte Schriftsteller fort,„sind unsere Landsleute in jenem Treiben, wie gewöhnlich,wieder an der Spitze, sich Beiche herauszuschneiden aus denunbegrenzten Landstrichen Afrikas ".
c) Ganz ebenso gewaltsam aber gehen nach Ansicht der