die älteren religiösen Denkformen jeden Einflufs verlorenhaben. Aber während jene, im Besitze der politischen Herr-schaft, dieselbe lediglich zn selbstsüchtigen Zwecken hand-haben, erwache unter den Arbeitern mehr und mehr das Ver-ständnis für eine der Grundwahrheiten des Positivismus —nämlich die, dafs die Politik der Moral unterzuordnen sei,welche Forderung in gleicher Weise das Christentum bereitszur Zeit seiner Machtfülle aufgestellt habe. Auf dieser Ein-sicht beruhe die innerhalb des Arbeiterstandes immer mehrsich ausbreitende Partei, welche grundsätzlich gegen Ein-mischung in fremde Verhältnisse und gegen jeden Angriff aufdas Ausland sei (anti-aggressionist party).
Schon vor 30 Jahren stellte Dr. Congreve, der ersteAnhänger des Positivismus in England , in einer Abhand-lung über die auswärtige Politik den Satz auf, dafs die-selbe nicht von selbstsüchtigen, sondern sittlichen Gesichts-punkten beherrscht sein solle. Seitdem haben sich die Posi-tivisten bei allen Gelegenheiten, insbesondere auf Anlafs dessogenannten Opiumkrieges mit China, der Unterwerfung derZulus, der Transvaalangelegenheit u. s. w. stets in gleichemSinne vernehmen lassen. Zuerst, sagen sie, seien sie verlachtworden; heute werde die „internationale Moralität" zwarnicht befolgt, aber doch von einer stets wachsenden Parteigefordert. Dieselbe setze sich vor allem aus den besserenTeilen des Arbeiterstandes zusammen. Sie sei gegen Kolonien,gleichviel ob sie einträglich wären oder nicht, weil sie aufungerechter Beherrschung beruhten. Diese Partei sei bereitseine politische Macht, deren Unterstützung Gladstone vorallem seine Volkstümlichkeit verdanke.
Insbesondere aber zeigten sich die Erfolge jener posi-tivistischen Grundanschauung auf dem Gebiete der irischenPolitik. Vor 20 Jahren forderten bereits die Positivisten