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Eigentum abzuschaffen, vielmehr sich von seiner Übermachtzu befreien.
Die Positivisten messen für den sich heute vollziehendenUmschwung den Gewerkvereinen die gröfste Bedeutungbei 1 . Auch hier können sie sich rühmen, der öffentlichenMeinung weit vorausgeschritten zu sein, ja in bedeutendemUmfange sie geleitet zu haben. Schon Comte hatte auf dieGewerkvereine als wichtige Faktoren der Fortentwicklunghingewiesen, zu einer Zeit, da in England nicht nur derFührer der Konservativen im „Sybil", sondern die öffentlicheMeinung überhaupt sie verdammte. Dieses Verhältnis währtewährend des gröfseren Teiles des Jahrhunderts. Noch in densechziger Jahren machte man für verbrecherische Ausschrei-tungen einiger Sheffielder Gewerkvereinler die Gewerkvereineüberhaupt verantwortlich. Die damals zur Untersuchung ihrerVerhältnisse eingesetzte Kommission sollte Material zur Unter-drückung der Vereine beschaffen. Jedoch waren die Ergeb-nisse der ausgedehnten Nachforschungen solche, dafs sichgegen die Mehrzahl der Gewerkvereine der Vorwurf derGesetzesverletzung nicht aufbringen liefs.
Damals nun setzten die Positivisten mit einer höchstumfangreichen publizistischen Thätigkeit zu Gunsten der Ge-werkvereine ein. Besonders war es neben H. Crompton dermehrfach erwähnte F. Harrison, welcher seine „Tracts for tradesunionists" veröffentlichte. Die von den Positivisten ins Feldgeführten Beweisgründe waren damals neu, seitdem wurden sieoft wiederholt. Die Arbeit sei eine Ware so eigentümlicherArt, dafs der Arbeiter nur durch Vereinigung mit seines-
1 In der That steht die antisocialistische Richtung der Gewerk-vereine der vom Positivismus geübten Kritik sehr nahe. Vergl. TradeUnions by William Tränt S. 185. London, Iiegan Paul, Trench & Co.,1884.