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griff schätzen. Ihre Kämpfe mit dem Kapital werden mehr undmehr friedlich ausgefochten. Von den Arbeitgebern als dieVertretung der Arbeiter anerkannt, bewirken sie, dafs derArbeiter aufhört, blofses Produktionsmittel, „Hand" zu sein,und mehr und mehr wirklicher Mitarbeiter, „Cooperator"wird, was F. Harrison bereits 1866 als Aufgabe der Gewerk-vereine hingestellt hatte 1 . Freilieh haben die Gewerkvereinebisher nur einem beschränkten Teile des Arbeiterstandes ge-holfen. Jedoch ist hier der Weg gezeigt, auf dem nach An-sicht der Positivisten fortgeschritten werden mufs. ZweiThatsachen aber beginnen in neuester Zeit sich bereits geltendzu machen, welche den Ausständen des folgenden Jahrhun-derts einen durchaus anderen Charakter als denen des ver-gangenen aufdrücken werden.
a) Die öffentliche Meinung, wenigstens innerhalb der ge-samten englisch sprechenden Welt, bemächtigt sich bereits heutedieser Kämpfe. Sie unterstützt die gerechten Forderungender Arbeiter auf ein menschenwürdiges Dasein, wie sie ins-besondere in dem Verlangen nach verkürzter Arbeitszeit sichaussprechen. Schon heute sehen wir, wie die öffentlicheMeinung ungelernten und schwach organisierten Arbeitern,denen vom rein gewerkvereinlichen Standpunkt aus nicht zuhelfen ist, den Sieg verschafft, so bei dem jüngst stattgehab-ten Ausstande der Londoner Dockarbeiter 2 . Aber die Machtder öffentlichen Meinung wird nach Ansicht der Positivistengewaltig wachsen, in dem Grade nämlich, als sie durch Ver-breitung positivistischer Ansichten an Einheitlichkeit gewinnt.Sie wird ein wichtigerer Schutz für den Arbeiter werden als
I Vergl. Fortnightly Keview Bd. III, S. 47, 51 ff.
II Vergl. unten Kap. IX, Abschn. 1.