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die Gesetzgebung; denn welcher Verein von Arbeitgebernkönnte sich auf die Dauer der öffentlichen Meinung einer civi-lisierten Welt widersetzen. Damit werden die Arbeitaus-stände mehr und mehr das werden, als was sie J. H. Bridgesbezeichnet: „eine Aktion der organisierten öffentlichenMeinung."
b) Die „Internationalisierung" der Organisationen aber,welche nach und nach die gesamten Kulturstaaten umfassenwürden, werde die Arbeitgeber von der Furcht befreien,dafs verbesserte Arbeitsbedingungen dem ausländischen Mit-bewerb zu Gute kämen. Auch würde, wie auf beschränktemGebiete schon heute die Ansätze vorlägen, so auch auf demerweiterten der Zukunft der Kriegszustand friedlicheren Me-thoden der Entscheidung Platz machen und die öffentlicheMeinung die Schiedsrichterin zwischen den Anforderungen derProduktion und der Arbeit sein. Die Positivisten verweisenum ein Beispiel von der Macht der positivistisch erzogenenöffentlichen Meinung der Zukunft zu geben, auf den gleich-falls ohne äufseren Zwang geübten Einflufs der Kirche desMittelalters, durch den sie z. B. den Gottesfrieden und ähn-liches durchgesetzt habe.
Aus dem gesagten geht bereits hervor, dafs nach Ansichtder Positivisten eine befriedigende Lage der Arbeiter erstdann erreicht werden kann, wenn die Durchsetzung derMenschheit mit positivistischen Anschauungen grofse Fort-schritte gemacht hat. Die wahre „Organisation der Arbeit"wird erst nach der „Organisation der Erziehung" erreichtwerden, während jeder Versuch, das „sociale Gebäude derZukunft aufzubauen", scheitern mufs, bevor seine sittlichenund verstandesgemäfsen Grundlagen gelegt sind.
Ein Blick auf das verflossene Halbjahrhundert zeigt ein