Elemente der grofsen Entwicklung, deren Anfang und Ende aufserhalb desBegreiflichen liegen" — selbst Arten von Offenbarung des Unbegreiflichen.
Hier liegt ein wichtiger Punkt des Auseinandergehens des Comtischenund des Spencerseben Positivismus, bei dem der letztere bei weitem näheran Carlyle steht. Comte nämlich verneint, dafs etwas, was schlechter-dings aufserhalb des Gebietes der Erkenntnis liege, von irgend welcherBedeutung für das menschliche Leben sein könne. Seine Keligion istdaher vollständig der Erkenntnis angehörig, „die Religion der Mensch-heit". H. Spencer dagegen behauptet, dafs die Annahme eines rein rela-tiven Daseins ohne den Hintergrund eines Absoluten nicht möglich sei,und dafs, damit der Mensch anders als rein individualistisch handle,jene Behauptung der Religion unentbehrlich sei.
Weit entfernt, eine Religion geben zu wollen, wie Comte und seineAnhänger thun, ist Spencers Philosophie vielmehr rein auf das Gebietdes Erkennens beschränkt und trägt einen durchaus monistischen Cha-rakter, entsprechend dem allbeherrschenden Gesetze der Erhaltung vonStoff und Bewegung. Wenn nur das sinnlich" wahrnehmbare Gegenstandder Erkenntnis ist, so ist damit zugleich alles, so lange es wahrgenommenwerden kann, Gegenstand 4er Erkenntnis. Ein Ding verstehen heifstdaher, es von dem Hervorgehen aus dem Unwahrnehmharen an bis zudem Aufgehen in dasselbe zu verfolgen. Die Erklärung eines Dinges istso lange unvollständig, als wir nicht seine Geschichte kennen. Wenn,wie hervorgehoben, einmal Voraussetzung einer solchen Erkenntnis dieUnzerstörbarkeit von Stoff und Bewegung ist — ein Satz, der nichts istals eine Zerlegung („decomposition") der Erscheinungen in ihre Elemente —so ist ferner Voraussetzung der Erkenntnis ein Gesetz in dem stetenWechsel der Erscheinung (d. h. in der steten Veränderung der Stellungder einzelnen Teile der Materie zueinander).
Dieses Gesetz, dessen Verfolgung einen Band erfordern würde, istnach Spencer das „Gesetz der Entwicklung und der Auflösung" (evolutionand dissolution). Entwicklung ist nach Spencer ein Übergang zum Zu-sammenhängenden vom Unzusammenhängenden, eine „Sammlung von Stoffund Zerstreuung von Bewegung", Auflösung „Sammlung von Bewegungund Zerstreuimg von Stoff". Absolute Ruhe ist unmöglich, es mufs stetsEntwicklung oder Auflösung oder beides neben einander vorhanden sein.Entwicklung besteht einmal in dem Prozefs der Sammlung von StoffIntegration), daneben geht die Differenzierung der einzelnen Teile her.Wie sich das Ganze gegenüber der Aufsenwelt individualisiert, so indi-vidualisieren sich die Teile von einander, indem sie damit zugleich voneinander abhängiger werden.