Druckschrift 
2 (1890)
Seite
87
Einzelbild herunterladen
 

des VIII. Kapitels des I. Buches findet, aufmerksam gemacht 1 .Eine ähnliche Stelle findet sich im V. Kapitel desselbenBuches:Der wirkliche Preis einer jeden Sache, oder das,was jede Sache demjenigen, der sie erlangen will, wirklichkostet, ist die Mühe und Beschwerlichkeit, sie zu erwer-ben. Was jedes Ding demjenigen, der es erworben hat undes veräufsern oder gegen etwas anderes vertauschen will,wert ist, ist die Mühe und Beschwerlichkeit, die es ihm sel-ber ersparen und anderen auflegen kann. Das, was mit Geldoder Ware erkauft werden kann, wird ebensowohl durchArbeit erworben, als das, was man im Schweifse des eigenenLeibes erwirbt. Jenes Geld oder jene Güter ersparen unswirklich Mühe. Sie enthalten den Wert einer gewissenQuantität Arbeit, den wir gegen etwas vertauschen, das un-seres Erachtens zu derselben Zeit den Wert einer gleichgrofsen Quantität Arbeit enthält."

Die von Brentano angeführte Stelle widerlegt zugleichdie Lesersche Ansicht, dafs nach A. Smith nur die einge-tauschte, nicht die Herstellungsarbeit das Mafs der Werte sei,indem daselbst deutlich von einem Naturzustande die Redeist, in welchem der Wert gleich der aufgewandten Arbeit ge-wesen sei einem Zustande, welcher sich später veränderthabe. Nach der Art, wie der Naturzustand von den Indi-vidualisten aufgefafst wurde, kann daselbst überhaupt von einereingetauschten Arbeit noch nicht die Rede sein. Ricardo hatim ersten Kapitel seinerPrinciples" diese Lehre aufgenom-men. Indem er jedoch die Gültigkeit des Satzes nicht durchVerlegung in einen Naturzustand rettet, sondern auch vonder Gegenwart behauptet, hat er seine Wertlehre jenen oft

1 Vergl. Brentano, Über die Ursachen der socialen Not S. 32,Leipzig 1889, imd Leser, Begriff des Reichtums bei Adam Smith. Heidel-berg 1874.