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Unter ihnen aber heben sich die Richtungen hervor,welche die weitergehenden Theorien der Ausländer ange-nommen haben. Wo man die Grenze zwischen diesem Socia-lismus im engeren Sinne und jenem soeben besprochenenzieht, d. h. welches Mals von gefordertem Staatseingriff manfür die Unterscheidung mafsgebend sein läfst, bestimmt sichdurch folgendes Merkmal. Socialisten im engeren Sinne sinddie Verstaatlicher sowohl des Landes als die sämtlicher Pro-duktionsmittel, also Georgisten wie Marxisten. Alle, dieweniger verlangen, gelten als gemäfsigte Socialisten. DieseGrenzziehung ist dadurch geboten, dafs die ersteren Staats-eingriff auf Grund einer specifisch-socialistischen Theorie, dieletzteren dagegen im einzelnen aus praktischen Gründen for-dern. Uns interessieren hier nur die ersteren Richtungen,indem die letzteren nach deutschem Sprachgebrauch als socia-listisch kaum zu bezeichnen wären.
Obgleich wir für die Annahme der socialistischen Theoriebereits oben einen allgemeinen Grund angegeben haben —man sucht eine Lehre, um die Benutzung der staatlichen Ge-walt im Interesse der zur politischen Macht aufsteigendenArbeiter zu rechtfertigen — so ist doch noch ein besondererUmstand hervorzuheben, ohne den die genannten Schriftsteller,insbesondere Marx, Einflufs in England nicht gewonnen hätten.An einem Punkte in England nämlich scheint die MarxiseheLehre vom Lebensminimum Recht zu haben. Die ungeheurenMassen, welche im Osten, Süden und weiten Teilen desNordens Londons sich zusammendrängen, Bevölkerungen,der Berlins mehr als doppelt überlegen, haben die Fort-schritte, welche die Arbeiter der gelernten Industrien desmittleren und nördlichen Englands zweifellos seit der Mitte desJahrhunderts errangen, nicht mitgemacht. Während der eng-lische Arbeiter aus den Schilderungen Gaskeils, des Grafen