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Stehens einer nicht arbeitenden Klasse" den Grund derHerabdrückung des Arbeiters. In Gestalt von Rente undGewinn werde den eigentlichen Produzenten das Produktihrer Arbeit geraubt. „Wir behaupten", sagt Sidney Webb ,eines der Hauptmitglieder dieser Gruppe, „dai's eine Gesell-schaft, welche unthätige Eigentümer gewisser gesellschaftlicherErzeugnisse in den Stand setzt, für die Konsumtion von demhülflosen Mitbürger einen Zoll zu erheben, vielleicht infrüheren Stadien der Entwicklung nützlich, heute aber schlechtist. Sie ist, wie Mill und Cairnes selbst sagen, schuldig, un-nötiges Sterben und Leiden der besitzlosen Klassen herbei-zuführen" b Das Mittel zur Veränderung dieser Zustände er-blicken die Fabier in der Verstaatlichung der Produktions-mittel, ein Vorgang, welcher nichts als die Fortsetzung einerbereits begonnenen Entwicklung bedeute. Öffentliche Funk-tionen, sogar Gerichtsbarkeit, seien einst Gegenstand privaterUnternehmung gewesen; Zölle, Posten u. s. w. seien ihr ent-zogen worden; die Aufhebung der Sklaverei sei nichts alsein Schritt in der Beschränkung der Verfügungsfreiheit zuGunsten des allgemeinen Wohles gewesen. Auch liege insolcher Entwicklung nur scheinbar eine Beschränkung derFreiheit, indem dieselbe heute thatsächlich nur zu GunstenWeniger bestehe, und gerade durch die fortschreitende Ein-schränkung dieser Wenigen die Freiheit der Meisten erst be-gründet , zum mindesten erweitert werde. Ähnlich hatteschon Mill gesagt: „die Beschränkungen des Kommunismuswürden Freiheit sein, im Vergleiche mit der gegenwärtigenLage der Mehrzahl der menschlichen Rasse" 2 . Es besteht
1 Sidney Webb, What Socialism means. London, W. Reeves,185 Fleet Street. E. C.
2 John Stuart Mill, Principles of Political Economy (Letzte Ausg.),S. 129.