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schaft sind in den 1890 erschienenen „Fabian Essays inSocialisra" enthalten. Dieselben, etwas ungleich in ihremWerte, bieten eine äufserst geschickte Verquickung der Me-thoden und Ergebnisse der älteren abstrakten und der neuerenhistorisch-realistischen Schule in der Nationalökonomie. Siebeginnen mit einer abstrakten ökonomischen Darlegung, inwelcher aus den Lieblingstheorien der Abstrakten und unterBekämpfung der durch Jevons überwundenen Ricardo-MarxschenWertlehre, scharfsinnig und elegant die Unhaltbarkeit der be-stehenden Wirtschaftsordnung und das Unvermeidliche dersocialdemokratischen Postulate deduciert wird. Dann folgenein historischer und ein morphologischer Aufsatz, um an dem-selben Ziele zu enden. Hierauf eine Untersuchung der Grund-lagen des Socialismus vom Standpunkte der Moral. Unterden weiteren Aufsätzen erscheint als besonders beachtenswertnoch der, welcher den „Übergang" von der heutigen zurkünftigen Wirtschaftsorganisation behandelt. Mit Malthus sehendie Fabier ein Übel in leichtsinniger Volksvermehrung. Inden Anfängen der kapitalistischen Produktion habe darübereitel Freude geherrscht, denn sie habe die gewünschten Arbeits-kräfte geliefert. Mit steigender Armenlast aber erscheine dasungestörte Walten des Geschlechtstriebs als eine Plage. Manschreie über Übervölkerung. Aber „eure Sklaven hören nichtauf euch. Sie vermehren sich wie Kaninchen. Ihre Armuterzeugt Schmutz, Häfslichkeit, Krankheit, Unsittlichkeit undTrunk. In Ekel flieht ihr in das andere Ende der Stadt,gebt ihnen besondere Sitze in euren Eisenbahnen, Theaternund Kirchen; und doch schwärmen sie um euch. Sie ver-giften euer Leben, so wie ihr ihres geopfert habt. Dannkommt die Furcht vor ihrer Auflehnung, Anfälle wahnsinnigerUnterdrückung und wahnsinniger Wohlthätigkeit und inzwischenfährt die Bevölkerung fort sich zu vermehren". Aber ungleich