liehen Form „aggressiv" gewesen. Christus war nicht nurgütig und hülfreich gegen die Armen, sondern streng, ja,heftig gegen die Mächtigen und Reichen. Dafs dieser seinAngriff in der That ein politischer war, beweise „jener Hym-nus auf die sociale Revolution", welchen die Kirche den Lob-gesang der Maria (Lucas 1, 51—53) nenne. „Er übet Ge-walt mit seinem Arm und zerstreuet, die da stolz sind inihrem Herzen. Er stürzt die Herrscher von ihren Thronen(dvvccoTag ano 'Jui'jvon 1 ) und erhebet die Niedrigen. Er fülltdie Hungrigen mit guten Dingen und die Reichen hat er leerweggeschickt".
Wäre nicht heute ein stillschweigendes Abkommen ge-troffen, dafs diese Worte einer armen Arbeiterfrau nicht nachihrer offenbaren Meinung zu nehmen seien, dafs es der Berufdes Geistlichen sei, sie „weg zu spiritualisieren", in etwasfernes und unwirkliches zu verwandeln, so würde wahrschein-lich in manchen Ländern die Polizei sie verbieten. Der so-ciale Umschwung, die „Wiederherstellung aller Dinge", wieder Apostel sagt, ist von Christus zuerst als das Ziel dermenschlichen Geschichte erklärt worden. Sie ist nach An-sicht der heutigen christlichen Socialisten sein Versprechenan die Menschheit, dessen Inhalt sich erst voll in unseremZeitalter ersehliefst. Entsprechend jenem dreifachen Angriffgegen die „Stolzen", die „Mächtigen", die „Reichen", hat derbevorstehende Umschwung eine dreifache Seite: eine mora-lische, eine politische und eine sociale. Schon diese Gleichstel-lung der inneren mit äufseren Eigenschaften zeigt, dafs es sichdurchaus nicht blofs um eine innerliche Veränderung handelt.Wie könnte auch innere Gerechtigkeit da sein, wo ihr dieäufseren Verhältnisse scharf widersprechen, wo die einenhungern, während die anderen zu viel haben? Stolz, Macht,Reichtum sind weltlich und sündhaft; dagegen ist es der