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2 (1890)
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in dasselbe eingreift, wo der Beamte als Vertreter des Staatesnoch etwas vom Vertrauen eines kriegerischen Führers geniefst.

Eine ähnliche, nur noch straffere Organisation aber wäre unbe-dingt Voraussetzung der von den Socialdemokraten geplantenGesellschaftmit ihren landwirtschaftlichen und gewerblichen 0

Armeen unter Staatskontrolle", wie solche in der Geschichtenur einmal annähernd verwirklicht wurden von einer durch-aus militärischen Gesellschaft dem alten Incareiche Perus.

Da wir Spencer zur Zeit für eine wirksame Macht indem socialen Leben Englands nicht halten, vielmehr derSoeialismus im Aufsteigen begriffen scheint, so können wirhier auf Spencer nicht näher eingehen. Gewifs ist nicht zuleugnen, dafs seine Grundanschauung, gestützt auf einen un-geheueren Schatz des Erfahrungswissens, auf das engste mitdem von uns alsantiindividualistisch" bezeichneten Stand-punkt zusammenhängt, mit dem, was wir als die Errungen-schaft des neunzehnten im Gegensatz zum achtzehnten Jahr-hundert bezeichneten: der Einsicht, dafs die sociale Frageauf eine moralische zurückgeht, was nicht verschieden ist vonder Anwendung des christlichen Grundgedankens auf die ge-sellschaftlichen Erscheinungen.

Aber gerade wenn wir uns auf H. Spencers Standpunktstellen, scheint seine Besorgnis unbegründet, dafs Europa durch das Aufkommen des modernen Soeialismus einer neuenSklaverei entgegengehe, die es in die Barbarei und den Des-potismus zurückschleudern müsse. Wenn die fortgeschritten-sten Gesellschaften, in Spencerscher Ausdrucksweise, sichheute wirklich noch in demsemi militant type", auf derhalbkriegerischen Stufe, befinden, so wird man den Soeialismusals notwendiges Ergebnis dieses Zustandes beurteilen. Man t

kann so seine Berechtigung, ja Nützlichkeit voll würdigen,ohne in ihm das Endziel der menschlichen Entwicklung zu