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erblicken. Wenn Spencer pessimistischer urteilte, so liegt dasdaran, dals er den Übergang des älteren Liberalismus zumSocialismus vor Augen hat und nicht ohne Einmischungeines Gefühlselementes urteilt. Wenn ihm die bisherige
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liberale Entwicklung Englands Fortschritt in der Richtungauf den gewerblichen Gesellschaftszustand bedeutet, so mufser in dem Überhandnehmen des Socialismus einen Rück-schritt erblicken, welcher in der Überhandnähme staatlicherAufsicht und Ordnung privater Verhältnisse sich zeigt undnach der kriegerischen Organisation der Vergangenheit zurück-weist. Hieraus ist Spencers Gegnerschaft gegen den Socia-lismus erklärlich, welchen er doch unter dem von ihm auf-gestellten Gesetze der Wellenbewegung in aller organischenEntwicklung leidenschaftslos und geschichtlich hätte würdigenkönnen.
Durchaus richtig und höchst interessant ist der vonIi. Spencer gegebene Überblick über die Entwicklung, welchedie liberale Partei Englands dem Socialismus zuführt, wäh-rend die daraus gezogenen Folgerungen unberechtigt er-scheinen. Die Eigentümlichkeit der liberalen Partei Eng-lands bestand seit der Zeit Karls II. in der Beschneidungund Zurückdrängung der Zwangsgewalt des Staates, wäh-rend das Ziel der gegnerischen Partei Aufrechterhaltungund Stärkung derselben war. Whig -Grundsätze sind in demHabeas Corpus-Acte und in der Bill of Rights enthalten,welche zuerst den einzelnen gegen die staatliche, damalsmonarchische Willkür, schützten. Gegen die Wende desvorigen Jahrhunderts hatte die Periode langer Kriege zeit-
k weise eine rückschrittliche Entwicklung verursacht, welche
durch zahlreiche Zwangsmafsregeln seitens der Staatsgewaltnach innen bezeichnet war. Alsdann kam wieder eine Zeit