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2 (1890)
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Einzelheiten seiner Darstellung zugegeben, doch demgegenüberzu betonen, dafs ein Staat, der völlig in der Hand der Be-sitzenden war, die erste und noch heute in Europa wirkungs-vollste Arbeiterschutzgesetzgebung geschalten hat, welche nachMarx selbst es verhinderte, dafs der Arbeiter sich durch frei-willigen Vertrag in Sklaverei verkaufe, die ihn vor Degenerationgerettet und seinen physischen Zustand beschützt habe 1 .

Auch in der Geschichte der Fabrikgesetzgebung sind dieoben angedeuteten drei Abschnitte der Entwicklung wahr-zunehmen. Die ersten Fabrikgesetze ergehen unter demWiderstande der grofsen Mehrzahl der Arbeitgeber; sie werdendurchgesetzt auf Grund christlicher Vorstellungen und derNachwirkung des eudämonistischen Polizeistaates durch diekonservative Partei. Die wichtigeren Fabrikgesetze aus derMitte des Jahrhunderts finden dagegen gewichtige Unter-stützung auf Seiten der Arbeitgeber und zwar besonders der-jenigen der fortgeschrittensten Grofsindustrien. Heute end-lich hat die dritte Periode begonnen, in welcher der Schutzder Arbeit aus den Händen ihrer hochgeborenen Beschützerwie der wohlwollenden Arbeitgeber in die der Arbeiter selbstgleitet. Aber die Arbeiter, als sie zur Macht gelangten, fandendie Fabrikgesetzgebung bereits vor. Wir sahen daher oben,wie der parlamentarische Ausschufs der Gewerkvereine bisherlediglich kleinere Verbesserungen der bestehenden Fabrik-gesetze herbeigeführt hat. Freilich liegt Weitergehendes inder Zukunft, so der Normalarbeitstag auch für erwachsenemännliche Arbeiter.

Unsere Aufgabe ist an dieser Stelle auf die beiden erstenAbschnitte der Entwicklung beschränkt. Die Geschichte derenglischen wie die aller Fabrikgesetzgebung überhaupt wird

1 Marx, Kapital Bd. I, S. 253298.