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2 (1890)
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in allgemeiner Weise zu beschränken und der Aufnahme-fähigkeit des Marktes anzupassen.

Owens Ausführungen eilten ihrer Zeit weit voraus. Dieerste Fabrikgesetzgebung ist aus ganz andern Beweggründenhervorgegangen. Sie betraf ursprünglich die Baumwollen-industrie 1 allein, wurde dann auf die Woll- , Leinen-, späterdie Seidenindustrie und erst von den Textilgewerben auf dieübrigen Grol'sindustrien und zuletzt den Kleinbetrieb aus-gedehnt. Nicht zwar diejenige Industrie, in der sich der ge-werbliche Umschwung zuerst vollzog, nahm die Baumwollen-industrie gegen die Wende des Jahrhunderts einen solchenAufschwung, dafs sie zuerst diejenigen Zustände in grofsemUmfange zeitigte, welche mit dem Aufkommen des Grofs-betriebes verbunden zu sein pflegen. Solange die Dampfkraftnoch nicht in weitem Umfange angewandt wurde, waren es diehügeligen Gegenden des nördlichen England, an deren Wasser-läufen jene ersten Baumwollenspinnereien entstanden, welchebei der Kleinheit und Unvollkommenheit der Maschinen aufKinderarbeit angewiesen waren. Da die Zahl der Kinder derNachbarschaft nicht genügte, so schlössen die Fabrikanten mitden Armenverwaltungen Südenglands Verträge auf Lieferungwohlfeiler Arbeit. Viele Wagenladungen solcher Armenkinder,Knaben und Mädchen von meist unter zehn Jahren, wurdenauf die Weise nach den Sitzen der Baumwollenindustrie ver-schickt :Lehrlinge", d.h. Arbeitskräfte, für deren Benutzungnichts zu zahlen war, die bei Auktionen als Inventar mit ver-kauft und als ein billiges und leicht zu ergänzendes Materialschnell und rücksichtslos konsumiert wurden. Das Gesund-heitsamt von Manchester protestierte bereits am 25. Januar

1 Das Gesetz von 1802, obwohlcotton and otker mills" betreffend,fand fast ausschliefslich auf Baumwollenspinnereien Anwendung.