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Oastier war seiner Sache leidenschaftlich ergeben; hierinlag der Grund seiner Volkstümlichkeit. Er spricht sichhierüber in folgender Weise aus: „Diejenigen, welche michmeiner Leidenschaftlichkeit wegen tadeln, sollten die tiefe,heilige und überwältigende Überzeugung von der Wichtigkeitbedenken, welche diese Sache in meinen Augen besafs. — —Ich sah meine jungen und hülflosen Nachbarn schrittweise zuGrunde gehen unter der Peitsche und dem Frohndienst einesFabrikungeheuers. Ich hörte ihr Stöhnen, sah ihre Thränenund wufste, dafs sie sich auf mich verliefsen. Ich wurde vonweinenden Müttern besucht, welche mir die blutenden Wundenihrer Kinder zeigten und mich fragten: „Ist das gerecht,Herr? Ist es nicht genug, dafs diese armen Dinger durchdie Arbeit getötet werden, während sie unser Brod verdienen ?Müssen sie dazu noch so geschlagen und getreten werden?"Ich sah erwachsene Männer, deren einzige Aufgabe es war,ihre Kleinen lange vor Sonnenuntergang nach der Fabrikzu tragen und sie lange nach Sonnenaufgang nach Hausezurückzubringen. Ich hörte die Flüche dieser Väter; siewaren laut und tief, von Gott registriert, nie vergessen".Man sieht, wie es entsetzliche Zustände waren, die Oastierzu seiner Agitation veranlafsten und wie der Grundgedankederselben Schutz der Hülflosen war.
Neben Oastier, dem Agitator, steht Sadler, der Wort-führer der Bewegung im Parlament. Auch er war wesentlichvon christlichen Beweggründen geleitet. So schreibt er am20. November 1831 nach Annahme des Gesetzentwurfs vonSir John Hobhouse (1831), welcher die Arbeitsdauer für Per-sonen unter 18 Jahren auf 12 Stunden herabsetzte und Nacht-arbeit für Personen von 18—21 Jahren verbot: „Ich binüberzeugt, dafs die Zehnstundenforderung nie von denen auf-gegeben werden kann, welche Kinder lieben und die Zu-