Stimmung dessen zu erlangen wünschen, welcher der KinderFreund war." Wie Oastier gegen die „blutdürstigen Fabrik-tyrannen" eiferte, welche sich „liberal" bezeichneten und fürBefreiung der Negersklaven schwärmten, aber gegen ihre„weifsen Sklaven" weniger liberal seien als die westindischenPflanzer, da letztere die Schwarzen doch zur Mannheit grofswachsen liefsen, ehe sie sie verbrauchten, in ähnlicher Weisewendet sich Sadler gegen die Nationalökonomen, „diese Pestder Gesellschaft, die Verfolger der Armen", deren Lehren„zur Herabdrückung, zum Elend und zur Vernichtung derarbeitenden Klassen führen". Von gleichen Gesichtspunktenging die grofse Mehrzahl der konservativen Vertreter derFabrikgesetzgebung aus, so insbesondere Lord Ashley , derspätere Graf von Shaftesbury. Derselbe übernahm die Ver-tretung der Arbeiterschutzbewegung im Unterhause, nachdemSadler in das reformierte Parlament nicht mehr gewählt war.Des Grafen von Shaftesbury jüngst veröffentlichtes Lebenzeigt, wie auch ihn zur Teilnahme an der Bewegung christ-liche Beweggründe veranlafsten. Es ist daher hier auf ihnnicht weiter einzugehen, umsomehr als er die bekanntestePersönlichkeit aus der Geschichte der englischen Fabrikgesetz-gebung ist. Für ihn persönlich handelte es sich zwar nicht umeinen Angriff des Grundbesitzes gegen das Kapital und umBache für die Reformbill; jedoch war dieser Gesichtspunktfür viele seiner Parteigänger ausschlaggebend und von grofserBedeutung für die Bewegung.
Während jener ersten Jahrzehnte der Agitation für Ar-beiterschutz waren die Fabrikanten, d. h. die liberale Partei,mit wenigen Ausnahmen ihre Gegner. Es war die Zeit derunbeschränkten Herrschaft der klassischen Nationalökonomie,d. h. der Auffassung der wirtschaftlichen Vorgänge von ein-seitig kapitalistischem Standpunkt. In gutem Glauben pflich-
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