Druckschrift 
2 (1890)
Seite
229
Einzelbild herunterladen
 

229

Trotzdem ist J o s e p h H u 111 e, auf welchen das Gesetz von1824 zurückgeht, unter den ersten jener Männer des prak-tischen Lebens zu nennen, denen die Anbahnung des socialenFriedens zu danken ist. Damals gerade hatte man jenes gewalt-tätige Geschlecht von Arbeitern erzogen, welche sich in denfolgenden Jahrzehnten zur revolutionären Partei organisierten.Aber ihren Kindern eröffnete Humes Gesetz den Weg, ihreWünsche auf friedlicheren und, wie sie bald inne wurden,wirksameren Wegen zu verfolgen. Noch fehlte die richtigeDiagnose der socialen Krankheit; aber indem man ein unver-nünftiges Heilverfahren, Suppressivgesetze, wegen der stetenSteigerung des Symptoms, des wuchernden Klassenhasses,aufgab, liefs man der Natur die Freiheit, den Gesundungs-prozefs herbeizuführen.

Die in der Sitzung vom 1. März 1823 von P. Moore an-geregte Aufhebung des Koalitionsverbotes, wurde von JosephHume im folgenden Jahre mit besserem Erfolge aufgenommen.Interessant sind die diesbezüglichen Verhandlungen. AlsGrund zu Gunsten des Antrages wird betont, dafs das gesetz-liche Verbot, weit entfernt die Zahl der Verbündungen zuvermindern, das Übel, das es verhindern sollte, bedeutendverschärft hätte. Nur allzu oft, wenn man die Strafbestim-mungen angewandt habe, sei der Schade in letzter Linie aufdie Arbeitgeber zurückgefallen 1 . Dafs man mit Aufhebungder Koalitionsverbote eine grundsätzliche Gleichstellung desArbeiters nicht beabsichtigte, zeigt der wiederholte Versuchseitens der Redner, auf Grund des bestehenden gemeinen Rechteseine kriminelle Bestrafung der Arbeiter wegen Vertragsbruches

1 Vergl. Hansards Debates. N. S. Bd. IX, S. 545 ff.; Bd. X,S. 147, 149.