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2 (1890)
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Wir fragen nunmehr nach den Gründen der bezeichnetenErscheinung. I. Dieselben lassen sich einmal auf die Wir-kungen zurückführen, welche die Verteuerung des Arbeitersauf seine Arbeitsfähigkeit ausübt. Vorübergehend hohe Löhneführen einen tiefstehenden Arbeiter zur Verschwendung undwirken auf seine Arbeitsfähigkeit mindernd. Ein höher ent-wickelter Arbeiter benutzt sie einmal zu Sparanlagen, insbe-sondere in der Form der Stärkung seiner selbstverwaltetenVereine. Desgleichen wirkt eine Steigerung der Löhne stei-gernd auf seine Lebenshaltung, wofür ebenfalls die Civilisations-stufe des Volkes entscheidend ist. Wenn der Indier in vierTagen so viel verdient, dafs er damit Reis für die ganze Wochekaufen kann, so arbeitet er zwei Tage nicht, weil er keineanderen Bedürfnisse kennt. Der Russe und zum Teil noch derDeutsche, welcher mehr verdient, als den notdürftigen Lebens-unterhalt, legt den Überschufs in Schnaps an das Steigender Löhne bewirkt also hier eher eine Verminderung als eineSteigerung der Arbeitsfähigkeit. Derjenige Arbeiter dagegen,welcher den höheren Lohn auf Fleischnahrung verwendet, wieder englische und amerikanische, heizt damit stärker die her-vorbringende Maschine. Die körperliche Überlegenheit, welchemit Übergang zu vorwiegender Fleischnahrung zusammenhängt,ist die unerläfsliche Bedingung zu derjenigen Steigerung derArbeitsleistung, welche die englischen und amerikanischen Ar-beiter aufweisen. Daher die Bedeutung der in der englischenArbeiterwelt heute so einfiufsreichen Mäfsigkeitsbewegung.Wenn die Arbeitgeber sie unterstützen, so thun sie dies nichtohne eigenes Interesse. Es handelt sich für sie darum, dafsdie Mehrkosten, welche sie für dielebende Maschine" aus-geben, wirklich zu deren Vervollkommnung angewandt werden.

Mundella erzählte mir, er habe um die Verschiedenheitder Lebenshaltung zwischen dem englischen und dem festlän-