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fünf Köpfen zu einem äufserst bescheidenen, aber doch aus-kömmlichen Dasein im Jahre 1839—1840 wöchentlich 34 Schil-linge; der Lohn aber betrug, wenn zwei Glieder der Familiearbeiteten, nur 21 Schillinge. Die notwendige Folge war,dafs, wie die Berichte der Armenverwaltung ergeben, eingrofser Teil der Bevölkerung auf Armenunterstützung an-gewiesen war. Zugleich herrschte das Trucksystem in un-verhüllter Weise.
Seit Ende der vierziger Jahre beginnt in der Baumwol-lenindustrie allmählich eine Veränderung einzutreten. Be-zeichnend dafür ist die Organisierung der Arbeiter; die Ge-werkvereine treten allmählich an Stelle revolutionärer Ideenfür die intelligenteren Arbeiterkreise in die erste Liniedes Interesses. Die Industrie wird dadurch von Ausstän-den der Arbeiter nicht frei; im Gegenteil mehren sich die-selben, wenn nicht an Zahl, so doch an Umfang. Sie schla-gen auch häufiger als früher zu Gunsten der Arbeiter aus, indem Grade nämlich, als sie nicht mehr aus der Erbitterungdes Augenblicks, sondern aus Verstandeserwägungen ent-springen. Aber die Ausstände verlieren nach und nach ihrenungesetzlichen Charakter und nähern sich rein wirtschaftlichenKämpfen. Damit beginnen die Löhne der Arbeiter zu stei-gen. In den beiden Jahrzehnten von 1839 — 1859 habendieselben nach der Angabe des Herrn Andrew sich je inzehn Jahren um 1 Shilling, in den drei Jahrzehnten vonda bis zur Gegenwart um 6 Shilling, also durchschnittlichum je zwei Schillinge gehoben. Während noch 1859 dieFamilie im obigen Beispiele kein hinlängliches Auskommenhatte, übertrifft — bei zugleich eingetretener Verbilligung derLebensmittel — heute ihr Durchschnittslohn die notwendigstenAusgaben um 13 Shilling, welche also zu weniger notwen-digen Bedürfnissen und Sparanlagen benutzt werden können.