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Zweifelsohne waren die Arbeiter ebenso geneigt, ihreMacht zu gebrauchen, wie es die Arbeitgeber gethan hatten.Mit Klagen aber war hier nichts gethan, um so mehr alsdie Arbeiter, je kühner sie in der Sache auftraten, destomehr die gesetzlichen Formen zu beobachten pflegten. Einesnur konnte helfen: der Organisation der Arbeiter eine gleichstarke Organisation der Arbeitgeber entgegenzusetzen,
Arbeitgeber und Arbeiter standen sich nunmehr in Orga-nisationen gegenüber. Je mehr das gegenseitige Mifstrauenschwand, brach sich die Einsicht Bahn, dafs man eine ge-meinsame Sache habe: die Industrie, und dafs man durchdie Kämpfe, wie man sie bisher geführt, diese und damitsich selber schädige; man begann sich zu fragen, ob es nichtmöglich sei, diese Kämpfe zu vermeiden — Gedanken, dieerst an diesem Punkte der Entwicklung auftauchen können,da der unorganisierte Arbeiter dem Arbeitgeber, der unor-ganisierte Arbeitgeber dem organisierten Arbeiter schlecht-weg ausgeliefert ist. Erst damit begann gegen Ende desletzten Jahrzehntes die Industrie in ihr drittes Stadium über-zugehen, welches sie noch weit entfernt ist, völlig erreicht zuhaben. Noch giebt es auf beiden Seiten viel kriegerischeGelüste, aber doch sagte Herr Samuel Andrew, welcher inseiner bezeichneten Stellung gewifs nicht zu Gunsten derArbeiter übertreibt, 1887 in der Versammlung der „Britishassociation": „Vielleicht giebt es keinen gewerblichen Mittel-punkt in England , wo, wie in Oldkam, Streitigkeiten so leichtund so gerecht beseitigt werden."
Ehe wir aber die zu diesem Zweck angewandten Metho-den ins Auge fassen, mufs ein Umstand hervorgehoben wer-den, der dazu beigetragen hat, dem Klassengegensatz zwischenArbeitern und Arbeitgebern die Schärfe abzubrechen, — derüberhaupt für die Baumwollenindustrie Lancashires von aufser-