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dafs die Arbeiter solche Männer, als „der kapitalistischen Klasse"angehörig, beargwöhnen. So fand z. B. im Jahre 1870 in demSpinnereigewerbe Lancashires ein Schiedsgericht statt, inwelchem der Schiedsrichter, der bekannte Sir Ruppert Kettle,Lohnherabsetzung um 5 % aussprach. Die Arbeiter meinennun, dafs er zwar nicht absichtlich parteiisch gewesen sei,aber dafs er doch unbewufst die Sache vom kapitalistischen Standpunkt angesehen hätte. Seitdem haben die Spinner, ob-wohl sie sich damals dem Schiedsspruch fügten, keine Lustmehr, einen neuen herbeizuführen. Dagegen haben bei denWebern öfters Schiedsgerichte mit gutem Erfolg stattgefunden.Bei allen diesen Gelegenheiten war John Fielden Schieds-richter, ein Arbeitgeber aus Manchester , welcher aber inhohem Mafse das Vertrauen der Weber besitzt. Er erkanntezuerst 1878, als die Arbeitgeber eine Lohnherabsetzung von 5 °/overlangten, auf eine solche von 2 1 /2°'o; die Arbeiter warendamals schon einen Monat im Ausstand gewesen, bevor dieArbeitgeber ihrem Wunsche nach einem Schiedsgericht ent-sprachen. Sein Entscheid betraf folgende bedeutende In-dustrieorte: Ashton, Stalybridge, Droylsden, Moasley, Duekin-field. Seitdem hat er drei weitere Schiedsgerichte abgehalten,einmal eine Lohnerhöhung, einmal eine Lohnherabsetzungausgesprochen, einmal die Forderung der Arbeiter nach Lohn-erhöhung zurückgewiesen. Zwei dieser Schiedsgerichte be-trafen ebenfalls die bezeichneten Städte, eines allein Stock-port . In allen diesen Fällen war, während das Schiedsgerichttagte, in den Fabriken nicht die geringste Unterbrechungoder Störung der Arbeit. Der Entscheid wurde stets loyalausgeführt. Das System des „joint comittee" findet so imSchiedsgericht seinen natürlichen Abschlufs; in den letztendrei Fällen übertrug ohne vorherigen Ausstand dieses Komiteedie Sachen dem Schiedsrichter.