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5 °/o erhöht, wobei ihr gegenwärtiges Verhältnis unveränder-lich bleibt.
Die Häuer aber werden nach der Tonne geförderterKohle bezahlt. Der Ausschufs berechnet den Durchschnitt,welcher für das betreffende Jahr in der Grafschaft für dieharte und die weiche Kohle bezahlt wird auf Grund der untenzu besprechenden, allgemeinen Festsetzungen. Dieser Durch-schnitt ist Richtschnur seiner Entscheidungen. Demgegenüberist die thatsächliche Löhnung der Arbeiter äufserst wechselnd.So pflegt bei eintretenden Schwierigkeiten der Arbeit eineLohnerhöhung gewährt zu werden, z. B. wenn Steine sich inder Kohle finden, ferner wenn das Dach unsicher ist undHerabfallen von Steinen droht u. s. w. Abgesehen von diesenaufsergewöhnlichen Fällen zerfällt die Arbeit an jedem Flötzüberhaupt in zwei verschieden bezahlte Teile: zuerst werdenschmale Gänge in die Kohle gehauen und dieselben vonQuergängen gekreuzt, so dafs Pfeiler mit der Grundfläche von30—60 Ellen im Quadrat stehen bleiben; sodann werden diePfeiler mit Hülfe von Pulver ausgesprengt. Der erste Teilder Arbeit ist viel schwerer als der zweite und wird ent-sprechend höher bezahlt.
Natürlich lassen sich bei der Verschiedenheit der Ver-hältnisse, unter denen die Bergleute arbeiten, täglich neueKomplikationen denken. Es sind daher feststehende Lohn-sätze unmöglich. Vielmehr hat sich derjenige Arbeiter, welchersich über zu geringe Bezahlung beklagt, derjenige Arbeitgeber,welcher zu viel zu zahlen glaubt, an den gemeinsamen Aus-schufs zu wenden. Dieser läfst den Fall prüfen, d. h. dieNatur der Arbeit an Ort und Stelle untersuchen und ent-scheidet danach unter Zugrundelegung des erwähnten Durch-schnittslohnes. Den letzteren selbst kann er nicht verändern;eine Erhöhung oder Erniedrigung desselben wäre eine Graf-