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besitzer einerseits und den Gewerkvereinen von Northumber-land und Durham andrerseits je für die betreffende Grafschafteinheitlich geregelt. Mit Erlöschen des alten Klassengegensatzeswird die Zahl der friedlich ohne vorhergehenden Kampf ge-troffenen Abmachungen immer überwiegender. So zähle ichfür Northumberland seit 1870 im ganzen 13 durch Vertragherbeigeführte Lohnveränderungen, dagegen nur 2 allgemeineAusstände. In Durham, wo die Lohnveränderungen sogaretwas häufiger gewesen zu sein scheinen, ist überhaupt in dergenannten Periode nur e i n allgemeiner Ausstand vorgekommen.Wir überblicken kurz die Geschichte dieser Veränderungen,zunächst für Northumberland .
Ungefähr Mitte 1871 trat die englische Kohlenindustriein eine Periode bis dahin unerhörten Aufschwungs. Damalswandten sich die Belegschaften einzelner Gruben in Nort-humberland an die betreffenden Grubenbesitzer mit dem Ver-langen nach Lohnerhöhung. Sie wurden, wie erwähnt, an denVerein der Arbeitgeber gewiesen und nach Verhandlungeneinigte sich hier zum erstenmal dieser Verein mit dem derArbeiter auf eine die ganze Grafschaft betreffende Lohn-erhöhung von 10°/ 0 , Anfang 1872. In gleicher Weise wurdenim Juli 1872 weitere 20°/ o und im März 1873 noch einmal20°/ 0 gewährt. Die Löhne waren im ganzen um 50°/ o gestiegenund zwar auf friedlichem Wege, da die Grubenbesitzer dieaufserordentlichen Gewinne sich nicht durch Arbeitsausstandverkürzen lassen .wollten.
Bereits 1873 begann die entgegengesetzte Bewegung. Mitdem Sinken des Marktpreises der Kohle forderten die Arbeit-geber 1874 zwei Lohnherabsetzungen, welche ebenfalls durchVertrag zwischen den Parteien eingeführt wurden, die einevon 10° 0 , die andere von 14°/ 0 . Als aber 1875 abermaligeLohnverkürzung verlangt wurde, da waren die Arbeiter