Druckschrift 
2 (1890)
Seite
362
Einzelbild herunterladen
 

362

industrie vor Sir Rupert Kettle gingen die Lohnherabsetzungfordernden Arbeitgeber von der Behauptung vermindertenGewinns aus. Die Kosten des Lohnes seien für die Tonnegeförderte Kohle um 84% höher als im April 1871, welchenbeide Parteien als Normalmonat anerkannten, der Preis derTonne Kohle dagegen nur um 64% höher, daher die Löhneherabgesetzt werden müfsten, um das April 1871 vorhandeneNormalverhältnis wieder herzustellen. Die Arbeiter erkanntengrundsätzlich diese Basis der Verhandlung an und suchtennur durch Bestreitung der angegebenen Zahlen ihre Interessenzu verteidigen.Wir haben", sagen sie an anderer Stelle,immer unsere Bereitwilligkeit erklärt, die Löhne nach demVerkaufspreis der Kohle zu regeln, und unser Vertrauen indiesen Grundsatz bewiesen, indem wir ihm nicht nur beisteigendem, sondern auch bei fallendem Markte anhingen."Von demselben Gedanken gehen sämtliche Schiedsgerichte inNorthumberland aus, bis Juli 1877 in dem Schiedsgerichtevor Lord Herschell die Arbeitgeber aus einem neuen Gesichts-punkte ihre Forderung begründeten. Dagegen sagt derselbeSchiedsrichter 1876:Beide Parteien stimmen dahin überein,dafs die Veränderungen des Verkaufspreises die Hauptgrund-lage für die Veränderung der Löhne sein müssen."

Dafs in der That hierbei der Gedanke vorschwebt, dafsdie Löhne in einem festen Verhältnis zu den Gewinnenstünden, wobei man für letztere alsrohen",ungenauen,aber praktischen" Ersatz die Verkaufspreise angenommen hat,zeigen die Verhandlungen. Oft genug machen nämlich dieArbeitgeber als Einwand geltend, dafs bei gleichem Verkaufs-preise ihre Produktionskosten zugenommen hätten, was nichtsanderes sagen will, als dafs ihre Gewinne herabgegangen seien.In dieser Richtung z. B. verweisen sie vor Sir Rupert Kettleauf die Neunstundenbewegung 1871 und denMines regulation