Druckschrift 
2 (1890)
Seite
369
Einzelbild herunterladen
 

369 -

als falsch. Sie kündigten daher die Skala, welche Herbst1886 aufser Kraft trat, und verlangten eine Veränderung ihrerBasis, welche für die Arbeiter einer Verschlechterung um10 %> gleichkam. Die Leiter des Gewerkvereins sahen ein,dafs man nachgeben müsse, verhandelten mit den Arbeitgebernund schlugen ein Schiedsgericht vor. Da aber zeigte sich, wiewenig die Gewerkvereinsführer die autokratischen Beherrscherder ihnen ergebenen Massen sind, als welche sie vielfach gelten.Da die Löhne ohnehin sehr niedrig waren, glaubten die Arbeitereine weitere Lohnherabsetzung nicht ertragen zu können. WiderWillen des Gewerkvereins begannen einige Belegschaften dievon ihnen bearbeiteten Gruben zu verlassen; das machteweitere Verhandlungen unmöglich, obgleich man sehr naheam Abschlufs war. Es folgte der schwere und von den Bestenbeider Seiten viel bedauerte Ausstand im Winter 1886/87.Obgleich der Gewerkverein seine Mittel auf das äufsersteanstrengte, und nahe an 40 000 '£ (800 000 Mark) veraus-gabte, von denen ihm 10700 '£ (214000 Mark) von Vereinenund Privaten über ganz England (!) beigesteuert wurden, un-terlag er, wie seine Führer voraussahen, der wirtschaftlichenNotwendigkeit. Die siegreichen Arbeitgeber erzwangen nun-mehr eine Skala, deren Grundlage um 12 1 /ä % statt um blos10% sehlechter für die Arbeiter war, wie der Sekretärder Arbeitgeber sagt, blos um die Arbeiter für ihren thörichtenWiderstand gegen das durch die Marktlage Gebotene undgegen den besseren Rat ihrer Führer zu strafen. Dabei wurdeihnen jedoch versprochen, dafs diese anormale Lohnreduktionspäter durch Lohnerhöhungen über die alte Basis der Skalawieder gutgemacht werden solle. Die Position der Gewerk-vereinsführer aber wurde durch diesen Ausgang des Strikesbegreiflicher Weise gefestigt.

Die so für die Arbeiter verschleehteite Skala bestand von

v. Scliulze-Gaevernitz, Zum soc. Frieden. II. 24