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Fälle, Lohnfestsetzung durch Schiedsgerichte und seit 1879eine viermal in ihrem „Standard" geänderte Skala.
Das wichtigste Kohlengebiet aufser den nördlichen Graf-schaften ist Süd-Wales. Auch hier dasselbe Bild. Nach einemVersuche von 1875, der keine Dauer hatte, besteht hier seit1880 eine Skala, welche seitdem mehrfach verändert wurdeund die Löhne von 60000 Arbeitern beherrscht. Diese Skalahatte als Ausgangspunkt die Löhne von 1879, welche dieniedersten seit vielen Jahren gewesen waren. Die unter ihrgezahlten Löhne waren von vornherein um 10°/o höher undstiegen sodann um 7 1 /a°/o, so dafs sie 1883 17 1 /2 °/o überdem „Standard" waren. Von 1883—1888 fielen sie dagegenund erreichten Winter 1887/88 nahezu den Ausgangspunkt.Seitdem aber begann ein gewaltiger Aufschwung, welcher dieLöhne 12 1 /2% gemäfs der Skala hob, bis Beginn 1889 dieBergleute eine Veränderung der bestehenden Skala verlangten.Einen Augenblick fast schien der Friede in Frage gestellt;man sprach, um den Ausbruch eines Ausstandes zu verhindern,von einem Schiedsgericht. Aber die Schwierigkeiten erwiesensich geringer, als man gefürchtet hatte. Wiederholte Zu-sammenkünfte der Vertreter der beiderseitigen Vereine brach-ten im März 1889 eine augenblickliche Lohnerhöhung um7Va %, am 1. Mai um 2 1 /2 °/o, am 1. September um 5%,am 1. Oktober um2 1 /2°/o. Inzwischen aber wurde eine neue,den Arbeitern günstigere Skala vereinbart, die am 1. Januar1890 in Kraft trat. Der Lohn stieg abermals um 7 1 /2 °/o.Im ganzen war er seit dem 1. November 1888 somit um30 °/o gestiegen.
Die Wichtigkeit der geschilderten Zustände wird manermessen, wenn man die Menge der in den Kohlengrubenbeschäftigten Arbeiter bedenkt — 1872 wurden sie auf 400000,1882 auf 520000 geschätzt — und die Unordnungen sich