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ständig sicher, wollten von einem Schiedsrichter nichts wissen,lehnten dagegen nicht ab, auf Verhandlungen einzugehen. AmSonnabend, dem 15. März, kam es zum Strike. Sofort einwahnsinniges Steigen der Kohlenpreise. Notierung auf kurzeTermine war nicht erhältlich. Viele Fabriken Lancashires,die keine Kohlenvorräte aufgehäuft hatten, sowie die Werk-stätten der Stahl- und Eisenindustrie in Sheffield wurdengeschlossen und ihre Arbeiter brodlos. Die Eisenbahnenrauften sich förmlich um die Kohlen, wie denn z. B. eineBahn beschuldigt wurde, Kohlen, die ihr zum Transportübergeben worden waren, selbst zu verbrauchen. All' diesrührte indes die Grubenbesitzer nicht; verkauften sie doch,wie die Blätter nach beendetem Strike meldeten, „zu exor-bitanten Preisen Tausende von Tonnen von Kohlenresten, die,wenig besser als Schmutz, seit Jahren sich aufgehäuft hattenund die bis dahin niemand selbst als Geschenk genommenhätte". Erst als die Zahl der Grubenbesitzer, die unter Be-willigung der Arbeiterforderungen die Konjunktur ausnutzenwollten, mehr und mehr zunahm, hörte die Föderation derGrubenbesitzer auf die dringlicher werdenden Prefsstimmen.Nach fünf Tagen suchte ihr Präsident seine angegriffene Ge-sundheit durch einen Landaufenthalt zu kräftigen, und dieForderungen der Arbeiter wurden mit der Modifikation, dafsdie Lohnerhöhung um die zweiten 5 °/o statt am 1. Juli erstam 1. August eintreten solle, bewilligt. Im Standard vom21. März aber erhielten die Grubenbesitzer eine Strafpredigt:„Wenn sie in der Lage gewesen seien, die Forderungen derArbeiter zu bewilligen, so hätten sie den Strike abwendensollen, indem sie sich denselben bei Zeiten fügten. So aberhätten sie alle Strafen der Niederlage erlitten und, wasschlimmer sei, die gesamte Gesellschaft der Beunruhigungdurch Krieg ausgesetzt. Sie könnten nicht erwarten, dafs sie