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2 (1890)
Seite
377
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Grund liegt nicht etwa darin, dafs sie für einen längerenArbeitstag wären; beträgt derselbe doch in Durharn nur 7und in Northuniberland 78 Stunden, Ein- und Ausfahreneingeschlossen, und eher bestände bei den dortigen Gruben-arbeitern die Furcht, dafs sie bei gesetzlichem Achtstundentaglänger zu arbeiten hätten. Es handelt sich vielmehr um Be-zirke, in denen friedliche Verhandlungen auf dem Bodender Gleichberechtigung allgemein sind. In Schottland da-gegen haben die Grubenbesitzer den Gewerkverein als Ver-tretung der Arbeiter noch nicht anerkannt und verweigernjede Verhandlung. Die Folge ist, dafs die schottischenBergleute unter den Befürwortern jenes Staatseingriffs ander Spitze stehen und zu den heftigsten Gegnern der ge-mäfsigten Mehrheit der Gewerkvereine gehören.

IV.

Die Eisenindustrie.

A. Eisenbergbau und Hochöfen.

Die Gewinnung des Eisensteines im Bergbau hat zwartechnisch mit der Überführung desselben in Roheisen nichtszu thun; trotzdem bilden wirtschaftlich beide eine Einheit.Der englische Eisenstein nämlich, aufser wo eine besondersgünstige Lage Wassertransport gestattet, wird an Ort undStelle ausgeschmolzen und erst in der Form von Roheisenauf den Markt gebracht. In vielen Fällen sind die Gruben-besitzer zugleich Hochofenbesitzer. So z. B. werden 57 Pro-zent des in Cleveland gewonnenen Eisensteines innerhalb der-selben Betriebe schon in Roheisen verwandelt, nur 43 Prozentüberhaupt verkauft und auch diese zum gröfsten Teil anHochöfen derselben Gegend.