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Lager von Eisenerz befinden sich in verschiedenen TeilenEnglands, in Northamptonshire, Lincolnshire und Oxford-shire; wichtiger aber als diese Grafschaften ist Yorkshire , ins-besondere dessen nordöstlicher, an der See gelegener Teil,den man Cleveland nennt. Während in den erstgenanntenBezirken die Gewinnung des Erzes vielfach von Tagelöhnernverrichtet wird und daher, wo dies der Fall, die Arbeit wenigorganisiert ist, begegnet man in Cleveland Arbeitsverhält-nissen, welche an die der Kohlenindustrie erinnern. DemVerein der Gruben- und Hochofenbesitzer stehen die Gewerk-vereine der Bergleute und der Hochofenarbeiter gegenüber.Wir beschränken unsern Blick auf die erste Klasse, die mehrals 20 000 Arbeiter umfafst, weil von der anderen, nicht we-niger zahlreichen alles, was von jener zu sagen ist, in gleicherWeise gilt. Hervorzuheben ist ferner, dafs die hohe Ent-wicklung des Arbeitsverhältnisses in dieser Industrie sich inverhältnismäfsig kurzer Zeit vollzogen hat, indem die Eisen-lager Clevelands erst vor wenigen Jahrzehnten entdeckt wur-den. Noch gibt es Leute, welche sich dieser Gegend als reinlandwirtschaftlicher erinnern.
Während in den Kohlenbezirken der Arbeiter jahrelangerSchulung bedarf, ist die Arbeit des Eisengrabens in Jahres-frist zu erlernen. Ein bedeutender Schutz gegen das Herein-drängen ländlicher Tagelöhner besteht für den Bergmann je-doch in dem Mangel an Wohnungen, welcher die Arbeitgeberin diesem ländlichen Bezirke zwingt, für neuanziehende Ar-beiter Häuser zu bauen. Der Gewerkverein ist nicht alt; am13. Januar 1872 wurde er gestiftet und seine Statuten ver-raten seine späte Entstehung. Nicht die Kriegs-, sonderndie Friedenszwecke werden in erste Linie gestellt: Unter-stützung und Versicherung der Mitglieder, in zweite — be-zeichnend für einen Zug, der über ganz Europa geht — der