Druckschrift 
2 (1890)
Seite
381
Einzelbild herunterladen
 

381

geschieht die Regelung des Lohnes auf Grund vereinbarterSkalen. Eigentümlich ist bezüglich der ersten Periode, dafsdie Bergleute von Cleveland , geistig vielleicht nicht ganzauf der Höhe derer von Northumberland und Durhani stehend,zur Zeit als der Markt sich wandte, 1873 noch eine Lohn-erhöhung forderten. Es folgte ein mehrwöchentlicher Aus-stand, bis endlich Sir Rupert Kettle als Schiedsrichter erwähltwurde und das Verlangen abwies5 ja er erklärte sogar, eineLohnherabsetzung nur um deswillen nicht auszusprechen, weilsie die Arbeitgeber nicht verlangt hätten. Bald darauf wurdeder Geschäftsniedergang allen offenbar, und 1874, als dieArbeitgeber eine beträchtliche Lohnherabsetzung verlangten,holten sich die Arbeiter die Lehre, dafs sie gegen einensinkenden Markt nichts durch Ausstand vermöchten. Seitdiesem allgemeinen Ausstande, der sechs Wochen dauerte, istkeiner in Cleveland mehr vorgekommen.

In den Jahren 1875, 1876 und 1877 erfolgten drei wei-tere Schiedsgerichte, welche allemal mit Lohnherabsetzungendeten. Auch hier lag die Begründung des Schiedsspruchesstets in dem Herabgehen des Marktpreises des Erzeugnisses.Jedoch hat das Eisenerz, da es meist in denselben Be-trieben weiter verarbeitet wird, kaum einen Marktpreis.Man, war also gezwungen, den Preis eines entfernterenProduktes, den des Roheisens, entscheiden zu lassen, weildieser allein zahlenmäfsig festzustellen ist. Zwar war mansich der Unzuträglichkeit bewufst, dafs neben den Löhnender Bergleute weitere Umstände auf die Produktionskostenund damit auf die Preise des Roheisens verändernd ein-wirken, insbesondere die wechselnden Preise der Kohle.Trotzdem nahm Sir Rupert Kettle an, dafs nach dem nor-malen Verhältnis 3U/4 Prozent der Produktionskosten desRoheisens auf die Löhne der Bergleute zu rechnen seien und