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2 (1890)
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nicht nach Stück, sondern nach Zeit bezahlt werden. Auchhier bewirkt die Skala nicht eine Annäherung der einzelnenLöhne aneinander; vielmehr bleiben die gewohnheitsmäfsigenUnterschiede zwischen den Klassen von Arbeitern, vom Auf-seher bis zum Tagelöhner, bestehen und werden vom gemein-samen ständigen Aussehufs bei seinen Entscheidungen zu Grundegelegt. Nur die Prozentzahl, in der diese verschiedenen Löhneauf- und niederschwanken, wird von der Skala angegeben.

Durchaus ähnlich den Verhältnissen der Bergleute sind dieder Hochofenarbeiter, welche ebenfalls in einem die Grafschaftumfassenden Gewerkvereine organisiert sind. Auch für sie be-steht ein gemeinsamer ständiger Aussehufs, desgleichen werdenauch ihre Löhne seit 1879 von Skalen beherrscht. Währendder Jahre 1885 und 1886 bestand jedoch 14 Monate lang keineSkala, indem die Arbeitgeber eine Veränderung der bisherigenSkala zu ihren Gunsten verlangten. Die Arbeiter nahmenzwar die verlangte Herabsetzung der Löhne um 5 Prozentauf sich, erklärten aber in diesem Falle lieber keine Skalahaben, sondern nur die ursprüngliche wieder annehmenzu wollen. In der That wurde dieselbe Januar 1887 er-neuert. Der einzige Unterschied von der früheren Skala warder, dafs, wie bei den Bergleuten schon vorher geschehen,selbst äufserst geringe Preisschwankungen bereits die Löhnebeeinflussen. Früher bewirkte eine Veränderung der Preisevon Schilling zu Schilling eine Bewegung der Löhne um1,25 Prozent. Nunmehr aber wird, schon wenn der Preis um2,40 d. steigt, 0,25 Prozent dem Normallohn zugethan, wasdasselbe Endergebnis mit sich bringt, indem bei 35 sh. Preis,d. i. 1 Schilling über demStandard", eben auch hier derZusatz zum Lohn 1,25 Prozent beträgt. Die Arbeiter jedochwünschen eine möglichst in die Decimalen gehende Anpassung,damit die Löhne den Preisen möglichst schnell folgen.

Also auch in diesem wichtigsten Bezirke des englischen