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2 (1890)
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Eisenbergbaues findet sich eine durchaus friedliche Gestaltungdes Arbeitsverhältnisses. Dieselbe ist um so bedeutungsvollerals es sich hier nicht um hoch bezahlte und den Schwan-kungen des Arbeitsmarktes wenig unterworfene Arbeiter han-delt, wie in den Kohlenbezirken der nördlichen Grafschaften.Vielmehr sind die Clevelandbergleute, wie erwähnt, demHereinströmen fremder Arbeit ausgesetzt, und ihre Löhnegingen unter den erwähnten Skalen manchmal aufserordent-lich tief hinab.

Ihr Verhältnis zu den Arbeitgebern ist ein besondersvertrauensvolles. Die bestehenden Einrichtungen haben sichzu beider, besonders aber der Arbeitgeber Zufriedenheit be-währt. Die letzteren, zu den gröfsten Industriellen gehörig, unter ihnen finden sich Namen wie Lord Armstrong, SirBenjamin Samuelson u. s. w. brauchen vor allem Sicher-heit der Arbeit zur Erfüllung ihrer grofsartigen Kontrakte,was ihnen der heutige Zustand des Arbeitsverhältnisses ge-währleistet. Die Arbeiter aber bedürfen Sicherheit der Be-schäftigung in ihrem von der industriellen Lage des Landesbesonders abhängigen Gewerbe und haben darum ein gleichesInteresse, die Konkurrenzfähigkeit ihrer Arbeitgeber durchEinrichtungen zu erhalten, welche die Industrie vor den Kri-sen der Lohnkämpfe bewahren. Das Bewufstsein einer Inter-essengemeinschaft mit den Arbeitgebern ist unter diesen Ar-beitern ganz besonders entwickelt, wie es mir z. B. HerrSnow, der Schriftführer der Hochöfenleute, aussprach.

B. Das Hüttengewerbe.

Die Herstellung von eisernen Platten, Schienen u. s. w.,ist eine der wichtigsten Industrien Englands . Sie ist ziem-lich auf zwei Gebiete beschränkt; das nördliche hat seinenMittelpunkt zu Darlington und Middlesbrough in der Graf-

y. Schulze-Gaevemifcz, Zum soc. Frieden. II. 25