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schaft York und verarbeitet das in Cleveland hervorgebrachteRoheisen. Das zweite umfafst Staffordshire und greift indie angrenzenden Grafschaften Derbyshire , Shropshire undLancashire über; als sein Mittelpunkt kann Birmingham be-zeichnet werden. Die Entwicklung des Arbeitsverhältnissesin beiden Gebieten weist die gröfsten Ähnlichkeiten auf; da-gegen zeigen sich eine Reihe von Verschiedenheiten, sobaldman die Eisenindustrie mit den behandelten Verhältnissendes Bergbaues vergleicht.
Ähnlich wie in der Nottinghamer Wirkerei waren auchin der englischen Eisenindustrie die Verhältnisse zwischenArbeitgebern und Arbeitern die denkbar schlechtesten. DerAufschwung Anfangs der sechziger Jahre rief zahlreiche Arbeits-ausstände hervor (1862, 1863, 1864 und 1865); in gleicherWeise wurden die seitdem notwendigen Lohnherabsetzungenden Arbeitern stets auf dem Wege des Lohnkampfes auf-gezwungen. Die Arbeitgeber errichteten eine gemeinsameKasse, aus welcher diese Kämpfe geführt wurden, da man,wie Sir B. Samuelson erzählt, sicher sein konnte, im Falleeines steigenden Marktes sofort mit ganz übertriebenenForderungen der Arbeiter zu thun zu haben.
Dieser Fall trat 1869 ein. Eine Fortsetzung der bis-herigen Zustände wäre gerade zur Zeit, da die Industriesich von den vorhergehenden Verlusten erholen sollte, ver-hängnisvoll gewesen. Da war es ein bedeutender Industriellervon weiten Gesichtspunkten, David Dale, welcher mit demVorschlage hervortrat, nicht nur die geforderte Lohnerhöhungmit den Vertretern der Arbeiter zu verhandeln, sondern auchdie Errichtung einer Einigungskammer zu besprechen. DieserVersuch einer friedlichen Schlichtung von Arbeitsstreitigkeitenwurde zu einer Zeit gemacht, als die Gewerkvereine nochnicht die gesetzliche und sociale Anerkennung erlangt hatten,