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2 (1890)
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Lohn beeinflufsten, überhaupt nicht in Rechnung zöge. Eskönne nämlich sehr leicht vorkommen, dai's die Verkaufspreisezwar gleich blieben, dagegen andere Umstände einträten, welcheeine Veränderung der Löhne begründeten. Ein solcher Fall seizum Beispiel eine Vermehrung der Konsumtion, welche dieGewinne erhöhe, ohne den Verkaufspreis zu beeinflussen. Jain gewissen Fällen sei sogar, wenn nicht nur der Preis, sondernselbst die Gewinne gleichblieben, trotzdem eine Erhöhung desLohnes zu verlangen, z. B. dann, wenn durch Massenaus-wanderung und Ähnliches der Arbeitsmarkt stark gelichtet sei.Die Arbeitgeber behaupteten demgegenüber, dafs entsprechenddenGebräuchen des Gewerbes" die Arbeiter einen Schillingpro Pfund Sterling des Preises der Tonne Eisen zu erhaltenhätten. Die Arbeiter setzten sich hiergegen zur Wehr und er-reichten bereits 1863 durch Ausstand 1 sh. mehr als den einenSchilling pro '£.

b) Des weiteren aber behaupteten die Arbeiter, dafs nichtnur der Ausgangspunkt der Skala willkürlich sei, sondern dafsdie Arbeitgeber auch das in der Folge eintretende Steigenoder Fallen des Normallohnes in ihrer Hand hätten. Dieselbensetzten nämlich auf vierteljährlichen Zusammenkünften denzukünftigen Preis des Eisens fest, nicht sowohl um selber zudiesem Preise zu verkaufen, als vielmehr der Lohnregelungwillen. In der That geben auch die Arbeitgeber vor der Ge-werkvereins-Kommission zu, dafs sie durch jene veröffentlichtenPreise in keiner Weise gebunden seien, vielmehr darin blofseine bequeme Art der Lohnregelung erblickten. Die Skala waralso in Wirklichkeit nichts als eine einseitige Festsetzung desLohnes durch die Arbeitgeber.

c) In letzter Linie aber wandten sich die Arbeiter gegendas Schwanken der Löhne überhaupt, indem sie erklärten,niedere aber gleichmäfsige höheren schwankenden vorzuziehen.