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2 (1890)
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So bezeichnet z. B. der Schriftführer der Hüttenarbeiter dieArbeiter einer bestimmten Gegend, wo eine Skala nichtherrsche, als um deswillen besser gestellt, weilihr Lohnnicht steige und falle". Die Arbeitgeber behaupten dagegen,dafs dieses Schwanken der Löhne nach den Gewinnen umdeswillen notwendig sei, weil bei der Tonne Eisen 8085 °/ 0der Produktionskosten auf die Löhne kämen.

Wie bereits oben erwähnt, ist heute ein Umschlag in denAnsichten der Arbeiter bezüglich der Skalen eingetreten,welcher mit ihrer Ausdehnung über sehr weite Gebiete derIndustrie und bedeutende Teile des Arbeiterstandes zusammen-fällt. Dieselben haben nicht nur die bedeutende nördlicheEisenindustrie, ferner, wie David Dale mir mitteilt, einenTeil der Stahlindustrie (Consett Cie., Palmers Shipbuilding andIron Cie.) ergriffen, sondern auch in der Bergwerksindustrieweite Verbreitung gefunden. Dafs die Arbeiter dem Principder Skala nicht mehr feindlich gegenüberstehen, beweist z. B.das oben angeführte Ui'teil Burts.

Der Grund hiervon besteht darin, dafs die Skala ihrenCharakter verändert hat und die drei obigen Einwände that-sächlich hin weggefallen sind.

a) Was den ersten Einwand angeht, so haftet er der Skalanicht ihrem Wesen nach an. Der als Ausgangspunkt ange-nommene Normallohn braucht eben nicht festzustehen, sondernkann auch, wie schon S. 372 gesagt wurde, durch Vertragzwischen den beiden Parteien, wenn nötig, verändert werden.Damit wird es aber unerläfsliche Bedingung einer modernen, aufden Boden der Gleichberechtigung beruhenden Skala, dafs sieeine Fristbestimmung beziehungsweise Kündigungsfrist enthält.Dieselbe ist dann kein durch dieGebräuche des Gewerbes"geheiligtes Gesetz, das anzutasten schlechthin als Unrecht gilt,vielmehr eine von den Parteien auf Grund der augenblick-