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heitlich durch die Centraibehörde zu Newcastle-on-Tyne ent-schieden. Sie allein verhandelt durch ihren Schriftführer mitden gegenüberstehenden Vereinigungen der Arbeitgeber*Diese letzteren sind nicht einheitlich, sondern für den Süden(London), den Westen (Liverpool), den Osten (Newcastle ) undSchottland (Glasgow ) besonders organisiert. Die Verhand-lungen werden fast stets friedlich und in den besten Formen,geführt. Konferenzen finden statt, in denen oft an 25 undmehr Arbeiter und nicht selten sämtliche Arbeitgeber desBezirkes anwesend sind. Da nicht abgestimmt wird, ist dieZahl gleichgültig. Neben dem Sitzungssaal befindet sich einKonversationszimmer, in das sich die eine oder die anderePartei zurückzieht, um die Vorschläge der Gegenpartei zu be-raten. Da Vereinbarung fast immer erzielt wurde, so ist einSchiedsgericht bisher noch nicht vorgekommen.
Auf dem Centraibureau wird die Bewegung des Gewerbesauf das eingehendste verfolgt, die offiziellen Berichte wie dieStatistik der Seeversicherung u. s. w. studiert. Man kenntdaher die Lage des Gewerbes zu genau, um je Forderungenzu stellen, die zu erreichen man nicht sicher ist. Die Arbeit-geber, denen diese Thatsache bekannt ist, lassen sich schondeshalb auf Kämpfe nur höchst ungern ein. Beide wissen,dafs sie ein gemeinsames Interesse haben: das Monopol, dasEngland thatsächlich für den Schiffsbau besitzt, zu erhalten*„Auch die Arbeitgeber", sagt der Bericht des Gewerkvereinsvom März 1889, „haben eingesehen, dafs wir viel besser vor-wärts kommen, wenn wir in Harmonie arbeiten und unsereSchwierigkeiten durch Vereinbarung abstellen, als wenn wirunsere Zeit und unser Geld verschwenden, indem wir ein-ander bekämpfen, die wir doch Freunde sein sollten."
Ausstände sind äufserst selten, allgemeine unerhört; vorzwölf Jahren fand ein lokaler in Liverpool statt, weil die