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einen Einblick in den wirtschaftlichen Stand ihres Gewerbesgewinnen, und ihre schwierigste Aufgabe ist es, die Massenin den Grenzen der Vernunft zurückzuhalten. Ist doch einaussichtsloser Lohnkampf für einen gut situierten Gewerkvereinein äufserst gefährliches Unternehmen. Dies aber dem unge-bildeten Arbeiter klar zu machen, ist besonders dann nichtleicht, wenn es sich um eine notwendige Lohnherabsetzunghandelt. In solchen Fällen den Kampf und damit schwereSchädigung niedergehender Industrien, wie zweckloseSchwächung der Arbeiterorganisationen vermieden zu haben,ist das Verdienst von Arbeiterführern wie Burt, Maudsley,Birtwistle, Burnett, welches die ganze Nation ihnen dankensollte. Demgegenüber halten es die Arbeiter für ihr gutesRecht, an den Gewinnen einer steigenden Industrie teilzu-nehmen. Die in diesen Fällen den Führern obliegende Auf-gabe ist durch handelspolitische und statistische Studien zulösen; sie besteht darin, den Augenblick zu erfassen und dieForderung so zu stellen, dafs ihre Erfüllung geringeren Ver-lust für die Arbeitgeber bedeutet, als Stillstand der Werke.
Auch in solchen Fällen aber werden die Arbeiter, fallssie das Ergebnis des Kampfes auf friedlichem Wege erreichenkönnen, den letzteren als den weniger kostspieligen vorziehen.Man hatte vielfach gefürchtet, dafs mit Legalisierung der Ge-werkvereine die Zahl der Lohnkämpfe zunehmen würde. DasGegenteil war der Fall: die Gewerkvereine wurden zu Friedens-organisationen. Dafs diese Erscheinung aber eine dauerndesein wird, ist daraus zu schliefsen, dafs sie nicht auf vorüber-gehenden Gefühlsmomenten beruht; vielmehr treten die letzterenmehr und mehr in den Hintergrund, indem die Arbeiter ihrVerhältnis zu den Arbeitgebern in wachsendem Mafse nachrein wirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilen. Leute, dienichts zu verlieren haben, werden leichter in den Kampf