folgt. Auch hierfür sind die Gründe in letzter Linie wirtschaft-licher Natur. Die heranwachsende Organisation der Arbeiterwird von den Arbeitgebern solange bekämpft, als sie dieHoffnung haben, den Arbeiter in der Lage eines willenlosenProduktionsmittels zu halten. Es tritt jedoch mit wachsenderStärke der Organisation ein Punkt ein, wo diese Stellung derArbeitgeber den Unternehmergewinn und damit die Industrieübei'haupt gefährdet. Es wird dann wirtschaftliches Interesseder Arbeitgeber, den Gegner, den man nicht vernichten kann,anzuerkennen und mit ihm zu verhandeln, um durch Vermei-dung der immer kostspieligem Lohnkämpfe die Produktions-kosten zu beschneiden.
Freilich ist es die Frage, wie früh die Arbeitgeber diesesihr Interesse begreifen. Wirkt doch nichts so sehr zur Ver-blendung des Urteils als die Erbitterung eines jahrzehntelangenKampfes. Dafs die englischen Arbeitgeber ihr Interesse weit-sichtig erfafsten und durch Anerkennung der Arbeiterorgani-sation den gewerblichen Friedenssehlufs beschleunigten, warunmöglich ohne jenen ungeheueren Umschwung des Denkens,welchen die beiden ersten Bücher vorliegenden Werkes ge-schildert haben. Wenn wir oben Arbeiterführer erwähnten,welche vorangegangen sind, so sei auch jener hervorragendenArbeitgeber nicht vergessen, denen ihr Vaterland in gleicher-weise zu Danke verpflichtet ist. Hierhin gehören z. B. derältere Brassey, E. Akroyd und W. E. Forster , welche dieGewohnheit der Verhandlungen mit den Arbeitern schon zueiner Zeit pflegten, als im allgemeinen noch der Kampf tobte,ferner Anthony John Mundella , dessen Name als Stifter derersten modernen Einigungskammer der Geschichte angehört,David Dale, William Mather u. a.
Weit entfernt freilich, dafs die Mehrzahl der englischenArbeitgeber auf dem Standpunkt der genannten steht. Noch