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Kraft treten sollen." Diese Bedingungen stimmten thatsächlichmit den ursprünglichen Forderungen der Arbeiter überein: Mi-nimallohn von 2 sh., d. h. vierstündige Arbeitszeit, Ersetzungder Akkordarbeit durch Stücklöhnung mit Minimallohn 6 d.die Stunde bezw. 8 d. die Überzeit, Überzeit von 6 Uhrabends bis 6 Uhr morgens. Bezüglich des Termines hattendie Arbeiter nachgegeben. Die Dockgesellschaften hieltendemgegenüber an zweierlei fest, einmal dafs die während desAusstandes von ihnen beschäftigten Arbeiter (Blacklegs) un-belästigt bleiben sollten, ferner, dafs alle Klassen von Arbei-tern dem Vertragsschlufs beiträten und die Arbeit den näch-sten Montag wieder aufnähmen. Während die Dockgesell-schaften sich anfangs geweigert hatten, eine Vertretung dereinzelnen Arbeiter anzuerkennen, wollten sie nun nicht mehrmit einzelnen Gewerkvereinen, sondern nur mit der einheit-lichen Vertretung derselben den Vertrag abschliefsen.
Diese Verhandlungen spielten sich am 14. September imDockhause ab, welches seit Mittag von Menschenmassen um-lagert war. Abends um 6V2 Uhr verlauteten die ersten Nach-richten vom Abschlufs eines vorläufigen Vertrages, aber erstum 8 Uhr erreichte John Burns Wade Arms, den Sitz derAusstandsleitung. Zwei Nächte und ein Tag also waren ge-lassen, um die Bestätigung des Vertrages durch die verschie-denen beteiligten Vereine herbeizuführen. Die Stauer, Ma-trosen und Maschinisten, welche lediglich der Docker wegenden Ausstand mitgemacht hatten, erklärten zwar in gleichselbstloser Weise den Vertrag, der jenen genehm sei, ohneweiteres mitzeichnen zu wollen. Die Ewerführer hatten da-gegen im Laufe des Ausstandes eigene Forderungen auf-gestellt; zwar hatteii sie der Versuchung widerstanden, sichdurch Bewilligung derselben zum Abfall von der Sache derDocker verleiten zu lassen; um so mehr verlangten sie jetzt,