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2 (1890)
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neu ausbrechenden Ausstand geschoben hätte. Freilich aberund dies ist ein Zeichen der neuen Zeit durfte man einenKampf nicht herbeiführen, ohne die Gegenseite vor der öffent-lichen Meinung in das Unrecht gesetzt zu haben; denn gegenletztere ist ein so weitreichender Kampf, wie der mit denDockarbeitern werden mufs, nicht mehr zu führen.

Dem entsprechend war es die Aufgabe des Gewerkvereins,jeden Anlafs, der zu einem allgemeinen Ausstand hätte führenkönnen, zu vermeiden, sich inzwischen zu stärken, und denZusammenbruch der Gesellschaften abzuwarten. Die kühnstenHoffnungen der Arbeiter gehen dahin, die Docks einst alscoope-rative" Anstalten fortzuführen. Die Lage des Gewerkvereins warum so schwieriger, als die Mittel, auf welche die Organisationenungelernter Arbeiter angewiesen sind, ihrer Natur nach aggressiversind, als die der gelernten Arbeiter. Die Gewerkvereine derletzteren können erspriefslich wirken, auch wenn sie nichtalle Arbeiter des Gewerbes umfassen; für die der ungelerntenArbeiter dagegen ist Ausschliefslichkeit Frage des Daseins.

Die Dockarbeiter benutzten ihre siegreiche Rückkehr indie Docks dazu, die vorgefundenenblacklegs" abzustofsenoder in ihren Verein einzuziehen. Seitdem haben sie Nicht-gewerkvereinsarbeit nicht mehr geduldet. Man ging sogarsoweit, die Aufseher und kaufmännisch Angestellten der Dockszur Organisierung zu veranlassen 1 . Des weiteren ab verbotder Verein der Dockarbeiter seinen Angehörigen, Güter anFuhrleute abzuliefern, welche nicht die Gewerkvereins-karte vorweisen könnten. Als dagegen die Gesellschaftenjeden Arbeiter, der diesem Verbot nachkommen würde, zuentlassen drohten, schien ein neuer Kampf in nächster Nähe.Auch hier ist Männern wie Sidney Buxton und John Burns

1 Vergl. Labour Elector, 16. November 1889.