— 466 —
die in den dortigen Spinnereien beschäftigten Mädchen zu.einem Gewerkverein zusammenzuschliefsen. Bei diesen Ver-suchen trat auch jene weitere Eigentümlichkeit der neuenBewegung hervor, dafs sie mehr als die der älteren Gewerk-vereine sociale Beweggründe bei den Teilnehmern anruft.Nicht dadurch allein wufste Lady Düke ihre Zuhörerinnenzu gewinnen, dafs sie ihnen die persönlichen Vorteile derVerbündung auseinander setzte; sie entflammte sie durchHinweis auf die Organisation als das Mittel zur einstigenBefreiung der unzähligen Arbeiterheere der Welt. Den Be-strebungen der Lady Dilke zeigten zahlreiche Mitglieder desKongresses der Gewerkvereine, und zwar nicht nur der kon-servativen Mehrheit, sondern ebenso auch des fortschritt-lichen Flügels, durch Erscheinen ihre Teilnahme 1 . VonDundee setzte Lady Dilke ihren Feldzug durch Schottland fort, Versammlungen von oft mehreren Tausenden abhaltend,Hunderte von Arbeiterinnen den Organisationen zufügendund überall von den bestehenden Gewerkvereinen der ge-lernten Arbeiter auf das wärmste unterstützt. Seitdem hat sieauf Einladen zahlreicher örtlicher Gewerkschaftsräte (trades-councils), z. B. derer von Newcastle, Harwick, Glasgow , Ips-wich u. s. w. einen neuen Feldzug durch England und Schott-land unternommen. In Zusammenhang mit den Bestrebungender Lady Dilke steht die bisher wenig bekannte Women'sProvident Society. In London .beabsichtigt die Gesellschafteine Art weiblicher Arbeitsbörse zum Zweck der Stellenver-mittlung zu errichten, ein Unternehmen, an dessen Spitzesich Lord und Lady Brassey gestellt haben.
Zur selben Zeit aber ist in London eine ähnliche Gesell-schaft in das Leben getreten, die „Womens Trades Association",