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Verhandlungen ueber die Entwuerfe eines allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuches und eines Einfuehrungs-Gesetzes zu demselben in beiden Haeusern des Landtages im Jahre 1861 : vollst. Abdr. d. stenograph. Berichte nebst Entwuerfen, Motive u. Komm.-Berichten zu denselben
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Es ist zu berücksichtigen/ daß die Mäkler nicht gehört sind/und daß die Anträge der geehrten Kaufmannschaft anders lau-ten/ hat seine sehr begreiflichen Gründe/ gegen die doch dieStaats - Regierung billigcrwcisc ihre Bedenken haben müßte.Nämlich dem Kaufmannsstande ist es unter manchen Verhält-nissen sehr bequem, sich mit Pfuschmäklern einzuladen/ einemKaufmanne, der sein Personal genau kennt und weiß, was erauf den Pfuschmäklcr geben kann, kann es unter Umständensehr nützlich sein, ob aber die Staats - Regierung Grund hat/die Wirksamkeit der Pfuschmäkler immer mehr zu begünstigen,ist eine Sache, die ich sehr bezweifle. Es thut mir sehr leid,daß ich den Herrn Finanzministcr nicht hier sehe. Ich wünschte,daß dieser bei der Sache eintreten möchte. Meine Herren! DieVerhältnisse des Handelsministeriums zur Börse sprechen aussehr begreiflichen Gründen für die Gesetzvorlage. Wenn aberder Herr Finanzminister selbstständig auftritt und im Augefaßt, wie wichtig es ihm sein muß, die Verhältniße der Börsezu kennen, so wird kein Zweifel bestehen, daß es ihm sehr wichtigsein muß, die ordentlichen Mäkler in ihren jetzigen Rechten auf-recht zu erhalten. Und da der Herr Finanzministcr nicht hierist, so erlaube ich mir, hier die Interessen des Finanzministerii,besonders aber die Interessen des Rechtes wahrzunehmen. Ichglaube nicht, daß es Sache des Herrenhauses sein kann, irgendJemand in seinen wohlhergebrachten Rechten ohne Entschädigungzu verletzen und deshalb muß ich leider gegen das Amendementdes Herrn Geheimen Raths Homcycr sprechen und bitte Siedringend, den Paragraphen in der Regierungsvorlage abzulehnen,und da man nicht weiß, wer für und wer gegen das Rechtauftritt, so habe ich namentliche Abstimmung beantragt.

Erster Vice-Präsident Graf Eberhard zu Stolberg: der Herr Handcls-Ministcr hat das Wort.

Handels-Minister von der Heydt: Ich habe faktisch zu-nächst anzuführen, daß ich vorhin nicht bcstritten habe, daßPetitionen bei den Häusern eingebracht seien. Ich habe nurangeführt, daß bei der Regierung von keiner andern SeiteReklamationen hervorgerufen sind.

Wenn dann Bezug genommen wird, auf den nicht anwe-senden Herrn Finanz-Minister, so bin ich in der Lage, versichernzu können, daß er vollständig mit dem Vorschlage der Regie-rung von Hause aus einverstanden gewesen ist, und daß er dieUnterstützung nicht acccptireu würde, die von dem letzten Red-ner angeboten ist.

Wenn nun besonders betont werden die Rechte der Mäk-ler, so bitte ich, niebt zu übersehen, daß man den Kaufleutenein Recht nehmen will. Was hat die Negierung und die Lan-desvertretung für ein Interesse, den Kaufmann zu hindern, sichwegen der Vermittelung von Geschäften an den zu wenden,