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Philosophie des Geldes / von Georg Simmel
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Zweites Kapitel: Der Substanzwert des Geldes.

I. Ein Eigenwert des Geldes für seine Funktion, Werte zumessen, scheinbar erforderlich. Widerlegung durch Verwand-lung der unmittelbaren Äquivalenz zwischen der einzelnenWare und der einzelnen Geldsumme in die Gleichheitzweier Proportionen: zwischen jener und dem momentanwirksamen Gesamtwarenquantum einerseits, und dieser unddem momentan wirksamen Gesamtgeldquantum andrerseits.Unbewufstheit der Nenner dieser Brüche. Logische Mög-lichkeit einer von allem Substanzwert unabhängigen Geld-funktion. Ursprüngliche Erfordertheit wertvollen Geldes.Entwicklung der Äquivalenzvorstellungen über dieses Sta-dium hinaus und auf den reinen Symbolcharakter des

Geldes zu.

II. Der Verzicht auf die nicht - geldmäfsigen Verwendungen derGeldsubstanz. Erster Grund gegen das Zeichengeld: dieGeld-Waren-Relationen, die den Eigenwert des Geldes über-flüssig machen würden, nicht genau erkennbar; sein Eigen-wert als Ergänzung dieser Unzulänglichkeit. Zweiter Gegen-grund: die unbegrenzte Vermehrbarkeit der Geldzeichen;die relativistische Gleichgültigkeit gegen die absolute Höhedes Geldquantums und ihre Irrungen. Die unvollendbareEntwicklung des Geldes von seiner substanziellen zur rela-tivistischen Bedeutung als Fall eines allgemeinen Verhaltens;die Wirklichkeit als gegenseitige Einschränkung reiner Be-griffe .

III. Geschichtliche Entwicklung des Geldes von der Substanzzur Funktion; soziologische Bedingtheit derselben. Diesozialen Wechselwirkungen und ihre Kristallisierung zuSondergebilden; das gemeinsame Verhältnis von Käufern undVerkäufern zu der sozialen Einheit als soziologische Voraus-setzung des Geld Verkehrs. Gröfse und Kleinheit, Lockerheitund Konzentriertheit des Wirtschaftskreises in ihrer _ Bedeutung für den Substanzcharakter des Geldes. Der Übergang zum Funktionscharakter an seinen Einzeldienstenentwickelt: Verkehrserleichterung, Beständigkeit des Wert-mafses, Mobilisierung und Kondensierung der Werte.Sinkende Substanzbedeutung und steigende Wertbedeutungdes Geldes.

Drittes Kapitel: Das Geld in den Zweckreihen.

I. Das Zweckhandeln als bewufste Wechselwirkung zwischenSubjekt und Objekt. Die Länge der teleologischen Reihen.Das Werkzeug als das potenzierte Mittel, das Geld als dasreinste Beispiel des Werkzeugs. Die Wertsteigerung desGeldes durch die Unbegrenztheit seiner Verwendungsmög-lichkeiten. Das Superadditum des Reichtums. Unterschieddes gleichen Geldquantums als Teil eines grofsen und eineskleinen Besitzes; die konsumtive Preisbegrenzung. Das

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