zu ihm, ist ganz in diese eingeschmolzen, und tritt uns erst in dem Mals gegenüber, in dem es sich dieser Beziehung nicht mehr ohne weiteresfügt. Auch zu dem eigentlichen Begehren der Dinge, das ihr Fürsich-sein anerkennt, indem es dasselbe gerade zu überwinden sucht, kommtes erst da, wo Wunsch und Erfüllung nicht zusammenfallen. Die Mög-lichkeit des Genusses mufs sich erst, als ein Zukunftsbild, von unseremaugenblicklichen Zustand getrennt haben, damit wir die Dinge begehren,die nun in Distanz von uns stehen. Wie im Intellektuellen die ursprüng-liche Einheit der Anschauung, die wir noch an Kindern beobachten, erstallmählich in das Bewufstsein des Ich und des ihm gegenüberstehendenObjektes auseinandergeht, so wird der naive Genufs erst dann einem Be-Avufstsein von der Bedeutung des Dinges, gleichsam einem Respekt vorihm, Raum geben, wenn das Ding sich ihm entzieht. Auch hier trittder Zusammenhang zwischen der Schwächung der Begehrungsaffekte undder beginnenden Objektivation der Werte hervor, indem das Herabsetzender elementaren Heftigkeit des Wollens und Fühlens das Bewufstwerdendes Ich begünstigt. So lange sich die Persönlichkeit noch ohne Reservedem momentanen Affekt hingibt, von ihm ganz und gar erfüllt und hin-genommen wird, kann sich das Ich noch nicht herausbilden; das Be-wulstsein eines Ich vielmehr, das jenseits seiner einzelnen Erregungensteht, kann sich erst dann als das Beharrende in allem Wechsel dieserletzteren zeigen, wenn nicht jede derselben den ganzen Menschen mehrmitreifst; sie müssen vielmehr irgendeinen Teil seiner unergriffen lassen,der den Indifferenzpunkt ihrer Gegensätze bildet, so dafs also erst einegewisse Herabsetzung und Einschränkung ihrer ein Ich als den immergleichen Träger ungleicher Inhalte entstehen lälst. Wie aber daä Ichund das Objekt in allen möglichen Provinzen unserer Existenz Korrelat-begriffe sind, die in der ursprünglichen Form des Vorstellens noch un-geschieden liegen und sich aus ihr, das eine am anderen, erst heraus-differenzieren — so dürfte auch der selbständige Wert der Objekte sicherst an dem Gegensatz zu einem selbständig gewordenen Ich entfalten.Erst die Repulsionen, die wir von dem Objekt erfahren, die Schwierig-keiten seiner Erlangung, die Warte- und Arbeitszeit, die sich zwischenWunsch und Erfüllung schieben, treiben das Ich und das Objekt aus-einander, die in dem unmittelbaren Beieinander von Bedürfnis und Be-friedigung unentwickelt und ohne gesonderte Betonung ruhen. Mag diehier wirkende Bestimmung des Objekts nun in seiner blofsen Seltenheit—■ relativ zu seiner Begehrtheit — oder in den positiven Aneignungs-mühen bestehen, jedenfalls setzt es erst dadurch jene Distanz zwischen
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